Bilanz für 2025

KABS in Waldsee: Experten warnen vor gefährlicher Tigermücke

Schon seit fast 50 Jahren geht die KABS am Oberrhein gegen Stechmückenplagen vor. Große Sorgen bereitet jetzt die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. In Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) haben Experten gewarnt.

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Stand

Von Autor/in Irmgard Reißinger

Vorab gab es eine gute Nachricht aus der jährlichen Mitgliederversammlung der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, KABS, am Mittwoch in Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis). Die Beitragssätze für die 94 Mitglieds-Kommunen im Verein aus drei Bundesländern am Oberrhein werden nicht teurer.

Und das, obwohl die KABS dieses Jahr in fünf Kampagnen Stechmücken Überschwemmungsflächen am Rhein mit dem biologische Bekämpfungsmittel Bti behandelt hat. Teilweise waren sogar zwei Helikopter im Einsatz. Die Mehrkosten können über Rücklagen ausgeglichen werden, sagte eine Sprecherin.

Ist die Asiatische Tigermücke noch zu stoppen?

Ein Problem ist laut KABS die sich seit 2007 immer weiter ausbreitende Asiatische Tigermücke. Die Larven der "Aedes Albopictus" entwickeln sich in kleinen Wasseransammlungen, zum Beispiel in Gärten.

Ein Flyer mit Informationen dazu, wie man die Asiatische Tigermücke erkennen kann.
Ein Flyer mit Informationen dazu, wie man die Asiatische Tigermücke erkennen kann.

Die Mücken selbst sind durch ihr auffälliges schwarz-weißes Streifenmuster an Körper und Beinen erkennbar. Anfangs wurden die aus Asien durch den internationalen Warenhandel eingeschleppten Tigermücken in Deutschland nur vereinzelt in Süddeutschland nachgewiesen.

Jetzt sind sie sich laut Aktionsgemeinschaft schon in mehr als 200 Kommunen im Südwesten Deutschlands zu finden.

Tigermücke kann Viruserkrankungen übertragen

Wie wichtig es ist, gegen die Tigermücke vorzugehen, ist nach Angaben von Experten dieses Jahr besonders deutlich geworden. Die Asiatische Tigermücke kann tropische Viruserkrankungen übertragen.

Das könnte gefährlich werden, wenn diese Stechmückenart, wie dieses Jahr in Speyer, im Umfeld eines Krankenhauses nachgewiesen wird. Laut KABS wurde in Speyer die Ausbreitung der Art jedoch erfolgreich durch Bekämpfungsmaßnahmen gestoppt.

Bei den französischen Nachbarn wurden dieses Jahr im Straßburger Raum die ersten drei Chikungunya-Fälle in der Oberrheinebene festgestellt, warnte die KABS bei der Mitgliederversammlung.

Dabei handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit: "Eine Übertragung durch Tigermücken auch auf deutscher Seite ist nicht ausgeschlossen, sollten Viren durch erkrankte Reiserückkehrende importiert werden."

Finanzierung der Einsätze schwierig

Die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke ist teuer. Die schwierige Haushaltslage der Mitglieder hat die KABS nun nach eigenen Angaben veranlasst, einen Maßnahmenkatalog zusammenzustellen.

Tigermücken-Bekämpfung vor ein paar Jahren in Germersheim: Ein Schnakenbekämpfer spritzt flüssiges Bti in einen Wassertank.
Tigermücken-Bekämpfung vor ein paar Jahren in Germersheim: Flüssiges Bti wird in einen Wassertank gespritzt.

Jede Kommune kann passende Bausteine für eine Tigermückenbekämpfung kombinieren und an ihr finanzielles Budget anpassen. Zu den Bausteinen gehören die Bti-Behandlung durch die KABS, Beratungsangebote für die Mitgliedskommunen oder Druckvorlagen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Erfreulich ist nach Angaben der Stechmückenexperten, dass die KABS Fördermittel für ein "Interreg Oberrhein Projekt" erhalte.

Seit 2025 darf in Kommunen nur geschultes Personal Bti-Tabletten gegen die Tigermücken-Larven an die Bevölkerung ausgeben. Nach Angaben der KABS gibt es dafür vorerst nur noch Sachkunde-Schulungen bis Ende Mai 2026.

Kommunen sollten sich also bei Bedarf schnell anmelden, hieß es bei der Mitgliederversammlung.

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