Pilotprojekt für mehr Sicherheit im Nahverkehr

Positive Zwischenbilanz: Zugbegleiter kontrollieren im Doppelteam die Fahrscheine

Die Deutsche Bahn setzt seit dem 13. April in vielen Nahverkehrszügen und S-Bahnen in Rheinland-Pfalz Zweier-Teams als Zugbegleiter ein und zieht eine positive Zwischenbilanz.

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Stand

Die Doppelbesetzung soll rund zweieinhalb Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug in der Westpfalz für mehr Sicherheit im Zug sorgen. Und das klappt offenbar.

So habe man mindestens zwei gefährliche Situationen durch den Einsatz der Doppelteams entschärfen können, teilte die Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte, Silke Janser, mit. Das zeige die "schnelle Wirksamkeit der Doppelbesetzung". Der Einsatz der Teams bei der Ticketkontrolle ist eine Reaktion auf den Tod des Zugbegleiters Serkan Calar. Er war im Februar bei Landstuhl von einem Fahrgast erschlagen worden. Die doppelte Besetzung war laut Bahn aber auch ein großer Wunsch vieler DB-Beschäftigter.

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Eingesetzt werden die Doppelteams unter anderem in der Vorderpfalz auf allen Linien der S-Bahn Rhein-Neckar, auf den Expresslinien von Ludwigshafen nach Koblenz und nach Mainz und den Regionalbahnen rund um Bad Dürkheim und Grünstadt. Auch in Rheinhessen gibt es Doppelteams auf den Linien Richtung Ludwigshafen sowie den Regionalbahnen rund um Alzey und Bingen. Auch in der Westpfalz gibt es Doppelteams Richtung Saarbrücken und Ludwigshafen und der Alsenztalbahn von Kaiserslautern nach Bingen. Ebenso eingesetzt werden die Zweier-Zugbegleiter entlang der Mosel und nach Wasserbillig und auf der Trierer Weststrecke.

Dauer des Pilotprojekts unklar

Hessen macht nicht bei dem Projekt mit. Deshalb kontrollieren in Regiozügen und S-Bahnen, die von Rheinland-Pfalz nach Hessen pendeln, weiterhin nur einzelne Zugebegleiter die Tickets. Wie lange das Pilotprojekt läuft, ist noch unklar.

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