Die Doppelbesetzung soll rund zweieinhalb Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug in der Westpfalz für mehr Sicherheit im Zug sorgen. Und das klappt offenbar.
So habe man mindestens zwei gefährliche Situationen durch den Einsatz der Doppelteams entschärfen können, teilte die Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte, Silke Janser, mit. Das zeige die "schnelle Wirksamkeit der Doppelbesetzung". Der Einsatz der Teams bei der Ticketkontrolle ist eine Reaktion auf den Tod des Zugbegleiters Serkan Calar. Er war im Februar bei Landstuhl von einem Fahrgast erschlagen worden. Die doppelte Besetzung war laut Bahn aber auch ein großer Wunsch vieler DB-Beschäftigter.
Mehr Bodycams in Zügen Tödliche Attacke auf Zugbegleiter Serkan C. - Mehr Personal und Sicherheit gefordert
Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter im Kreis Kaiserslautern sorgt für Entsetzen. Von vielen Seiten werden nun mehr Personal und bessere Sicherheitsvorkehrungen verlangt.
Projekt läuft in einigen Strecken in RLP und Nord-BW
Das Pilotprojekt mit den Tandem-Teams ist das Ergebnis vieler Gesprächsrunden in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zunächst seien dafür einige Strecken in Rheinland-Pfalz, im Saarland und nördlichen Baden-Württemberg einschließlich des Landkreises Bergstraße in Südhessen und damit im Bereich des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) ausgewählt worden, so die Bahn.
Bahngipfel in Berlin Mehr Sicherheit für Bahnbeschäftigte nach dem Tod von Serkan Çalar
Bodycams für alle noch in diesem Jahr, 200 zusätzliche Sicherheitsmitarbeiter - die Bahn will ihre Angestellten besser schützen. Anlass ist der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz.
Eingesetzt werden die Doppelteams unter anderem in der Vorderpfalz auf allen Linien der S-Bahn Rhein-Neckar, auf den Expresslinien von Ludwigshafen nach Koblenz und nach Mainz und den Regionalbahnen rund um Bad Dürkheim und Grünstadt. Auch in Rheinhessen gibt es Doppelteams auf den Linien Richtung Ludwigshafen sowie den Regionalbahnen rund um Alzey und Bingen. Auch in der Westpfalz gibt es Doppelteams Richtung Saarbrücken und Ludwigshafen und der Alsenztalbahn von Kaiserslautern nach Bingen. Ebenso eingesetzt werden die Zweier-Zugbegleiter entlang der Mosel und nach Wasserbillig und auf der Trierer Weststrecke.
Dauer des Pilotprojekts unklar
Hessen macht nicht bei dem Projekt mit. Deshalb kontrollieren in Regiozügen und S-Bahnen, die von Rheinland-Pfalz nach Hessen pendeln, weiterhin nur einzelne Zugebegleiter die Tickets. Wie lange das Pilotprojekt läuft, ist noch unklar.