Porsim ist 21 Jahre jung und für sie war klar: Ich werde dienen. Porsim hat kurdische Wurzeln. Sie ist als kleines Kind mit ihrer Familie aus Syrien geflohen und in Deutschland aufgewachsen.
"Ich werde mich nach dem Wehrdienst für zwölf Jahre als Zeitsoldatin verpflichten. Das ist mein Dank an dieses Land, das meine Familie und mich aufgenommen hat", begründet sie ihre Entscheidung.
Heute muss sie zusammen mit ihrer erst 17-jährigen Kameradin Hajkanusch Übungen an der Waffe absolvieren. Immer wieder müssen die jungen Rekrutinnen und Rekruten die gleichen Abläufe üben: Wie die Pistole zu laden und zu entladen ist, wie die Arme und die Hände zu halten sind, bevor abgedrückt wird.
Übungen an der Waffe müssen tausende Male absolviert werden
Zwischendurch heißt es aber auch, Liegestützen und Kniebeugen machen. Stabsfeldwebel Larsen betont, dass gerade die Übungen an der Waffe tausendmal durchlaufen werden müssen, bis sie einem in Fleisch und Blut übergehen.
"In drei Monaten Grundausbildung übt man das schon bis zu 2.000 Mal. Erst dann erfolgt auch die taktische Ausbildung oder eben Übungen im Wald", erklärt Larsen.
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Der Tagesablauf in der Germersheimer Südpfalz-Kaserne ist streng durchgetaktet: Um 5 Uhr in der Früh klingelt der Wecker. 45 Minuten haben die Soldatinnen und Soldaten, um sich zu waschen und ihre Stuben auf Vordermann zu bringen.
Meist sind die jungen Frauen und Männer in 6er- Zimmern untergebracht, die kaum Raum bieten für persönliche Gegenstände. Nach dem Frühstück beginnen um 6:45 Uhr dann auch schon die Übungen, die sich bis zum Mittagessen ziehen.
Junge Soldatin: "Ich will ja gerade die Disziplin, die hier herrscht"
Die junge Mickenzie ist gerade mal 19 Jahre alt. "Ja, klar vermisse ich meine Tiere zu Hause, meine Familie, meinen Partner. Aber ich will das ja hier. Ich will gerade die Disziplin, die hier herrscht." Disziplin und Respekt, daran mangele es in der Gesellschaft oft und daher ist Mickenzie auch für einen verpflichtenden Wehrdienst.
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Die erst 17 Jahre junge Hajkanusch findet, dass zumindest die dreimonatige Grundausbildung verpflichtend sein sollte. Erst dann solle man sich entscheiden können, ob man den gesamten Wehrdienst leiste oder eben aufhöre.
Sie selber habe immer davon geträumt, Soldatin zu werden. "Ich fand das schon immer faszinierend. Panzer und all das", erzählt sie. Sie genieße die Kameradschaft, den strukturierten Tagesablauf. Klar sei man auch mit Ängsten hergekommen, ob man das auch alles körperlich schaffe.
Und in der Tat seien etwa Übungen am Hindernisparcours schon herausfordernd. "Aber es ist alles machbar!", betont die junge Frau.
Die jungen Rekrutinnen genießen die Gemeinschaft
Nach einer Stunde Mittagspause finden sich auch alle Wehrdienstleistenden wieder auf dem Übungsplatz ein. Es geht weiter mit Sport und Übungen an der Waffe - bis zum späten Nachmittag.
Aber dann ist Freizeit angesagt. Die kann man im Mannschaftsheim verbringen bei einem Bierchen, beim gemeinsamen Filmschauen, aber auch beim Sport oder sogar in der Sauna.
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"Ich bin da total gerne. Ich genieße es mit den anderen zusammen zu sein, was Leckeres zu essen, zu reden", erzählt die 19-jährige Mickenzie. Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Soldatinnen erkennt sie keine.
Auch ihre Kameradinnen Porsim und Hajkanusch stimmen ihr da zu. "Hier wird jeder gleich behandelt", betont Porsim. Klar habe sie Respekt vor dem Dienst an der Waffe, aber damit müsse man umgehen lernen. "Ich bin ja da, um zu lernen, mein Land zu verteidigen", sagt sie.
"Jeder Staatsbürger sollte ein Jahr dem Volk dienen"
Hauptmann Alexander H., Kompaniechef der 4.Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillon, ist auch für ein verpflichtendes Jahr für alle Staatsbürger, wie er betont. Ob nun bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich, etwa in der Pflege. "Ich finde, jeder Staatsbürger sollte ein Jahr einen Dienst am Volk leisten", so Alexander H.
Und ja, es würden sich immer mehr Frauen auch zum freiwilligen Wehrdienst melden. "Frauen treffen diese Entscheidung oft bewusster als Männer", erklärt der Hauptmann.