Zerstörte Klassenräume, zerschnittene Kabel von digitalen Geräten im Klassenzimmer, mit Klebstoff verklebte Türschlösser - nach wie vor Alltag an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen- Mundenheim, erzählen Lehrkräfte anonym dem SWR. Im Fall eines Amokalarms könnten viele Klassenzimmer-Türen nicht von innen abgeschlossen werden.
Täglicher Vandalismus
Eine Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bestätigt dem SWR, dass es fast täglich zu Vandalismus an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim kommt.
Zwar bemühe sich der Schulträger, die Stadt Ludwigshafen, um Schönheitsreparaturen. Aber kaum sei etwas repariert worden, wie etwa Türschlösser, mache es jemand am anderen Tag wieder kaputt.
Insgesamt sei das Schulgebäude aus den 70er Jahren sehr in die Jahre gekommen und bedürfe einer Generalsanierung, so die GEW.
Schnelle Lösungen gibt es nicht
Man bemühe sich zwar von seiten der zuständigen Aufsichtsbehörde, der ADD in Trier, der Stadt Ludwigshafen und auch der Polizei, Unterstützungsmöglichkeiten für Schüler und Lehrer zu finden, das sei aber nichts, was schnell umsetzbar wäre, erklärt die GEW Sprecherin.
Man habe im ganzen Land über Jahre versäumt, Konzepte für Schüler und Schülerinnen zu entwickeln, die starken psychischen und familiären Belastungen ausgesetzt seien, meint die GEW-Sprecherin.
Sonderpädagogische Konzepte nötig
Allein sonderpädagogische und psychologische Konzepte für solche Schülerinnen und Schüler könnten im Fall von Problemschulen, wie der Karolina-Burger-Realschule plus, wirklich Abhilfe schaffen.
Zudem vermutet die GEW, dass an der Karolina-Burger-Realschule Plus viele Schülerinnen und Schüler seien, die aufgrund ihres Verhaltens bereits andere Schulen in der Stadt verlassen mussten.
Sammelbecken für schwierige Schüler?
Die Schule könnte sich durchaus zu einem Sammelbecken von Kindern mit "herausforderndem Verhalten" entwickelt haben, so die GEW.
Unterdessen erklären die zuständige Aufsichtsbehörde, die ADD in Trier und auch das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen, man plane an der Karolina-Burger-Realschule plus eine Präventionsveranstaltung.
Präventionstag geplant
Mit der Veranstaltung soll es Hilfe und Schulungen für die Lehrkräfte geben. Außerdem soll eine Sicherheitsberatung vor Ort durchgeführt werden und der Einsatz von Schülerstreitschlichtern soll ebenfalls in Zukunft Gewalt an der Karolina-Burger Schule verhindern.
Mehr Personal für die Karolina-Burger-Schule
Mit Hilfe des landesweiten Start-Chancen-Programms des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums soll mehr Personal an die Karolina-Burger-Realschule Plus kommen, so die ADD. Welches Personal aber in welchem Umfang an die Schule kommen wird, das müsse die Stadt Ludwigshafen entscheiden.
Die Stadtverwaltung wiederum hat sich aber dazu noch nicht geäußert. Eingestellt werden könnten unter anderem Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen oder Erzieher.
Zudem verfüge laut der ADD die Karolina-Burger-Realschule über ein zusätzliches Budget, um gewisse Lernziele zu erreichen.
Mathe-, Lese- und Schreibkompetenzen erlernen - die Ziele der Schule
So sollen mit Hilfe der zusätzlichen Gelder mathematische Kompetenzen sowie Lese- und Schreibkompetenzen erreicht werden. Die Lernenden sollen zudem eigenverantwortlich Lernziele formulieren und ein Wertebewusstsein entwickeln, so die ADD.
Ziele, die auf den ersten Blick unerreichbar scheinen, wenn Lehrkräfte schon zufrieden sind, "unbeschadet" aus dem Unterricht herauszukommen, wie eine Lehrkraft anonym dem SWR erzählte.