In den vergangenen Tagen und Wochen ist viel über die Schülerinnen und Schüler der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen gesprochen worden. Der 15-jährige Wisdun Osakue ist bereit, dem SWR seine Sicht der Dinge zu schildern.
Auf die Frage des Reporters, ob Schülerinnen und Schüler Angst haben, sagt der 10. Klässler: "Ich glaube schon, dass da viele kleinere Kinder, also fünfte und sechste Klasse, Angst haben vor den großen Kindern - vor allem bei den Achtklässlern und Neuntklässlern."
"Ich sah und sehe weinende Kolleginnen" Ludwigshafen: Schlimme Zustände an der Karolina-Burger-Realschule - ein Lehrer packt aus
Gewalt auf den Gängen und im Hof, verzweifelte Lehrkräfte - die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen war am Donnerstag auch Thema im Bildungsausschuss des Landtags. Wie schlimm es tatsächlich ist, hat eine Lehrkraft dem SWR erzählt.
Polizei muss zu Schlägereien kommen
Und nicht immer bleibt es bei Pöbeleien, sagt der stellvertretende Schülersprecher: "Vor allem vor einer Bushaltestelle gab es sehr viele Schlägereien, da musste selbst auch die Polizei kommen."
Und die Lehrer? Auch die hätten Angst, bestätigt Wisdun Osakue, der auch selbst schon Angriffe auf Lehrer gesehen hat: "Mein Klassenlehrer wurde, als ich in der 5. und 6. Klasse war, geschubst - das war beinahe beim Treppenhaus."
Schüler und Lehrer haben offenbar Angst an der Schule
Der Zehntklässler Saif Bencherif engagiert sich ebenfalls bei der Schülervertretung der Karolina-Burger-Realschule. Auch er bestätigt dem SWR-Reporter, dass viele Schüler und auch Lehrer Angst haben. Besonders nach einem Vorfall im Mai dieses Jahres.
Da drang eine 16-jährige Schülerin ins Lehrerzimmer der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen ein und bedrohte eine Lehrerin mit einem Messer. "Aber da ist zum Glück nichts passiert, die Schülerin könnte zum Glück von der Polizei festgenommen werden", sagt Saif.
Schülervertreter wünschen sich Kameras und Sicherheitsdienst
Der 15-jährige Realschüler aus Ludwigshafen würde sich unter anderem wünschen, dass es an seiner Schule einen Security-Dienst gibt. "Man würde sich dann sicherer fühlen", sagt Saif. Zudem wäre eine Videoüberwachung der Feueralarmknöpfe gut. Denn immer wieder werde von Unbekannten Alarm ausgelöst, erzählt Saif.
Einen Sicherheitsdienst und Videoüberwachung - das wünscht sich auch der stellvertretende Schülersprecher Wisdun Osakue für die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen. Eine Videoüberwachung wäre gut, "sodass man auch sieht, wer was tut und das auch danach für die Polizei bestätigen kann."
Schülersprecher fordert auch mehr Engagement von Eltern
Und der 15-Jährige wünscht sich noch etwas. Und zwar mehr Engagement von den Eltern: "Dass die Eltern auch etwas mitwirken sollen, was die Kinder hier in der Schule tun." Wenn Lehrer die Eltern anrufen, weil sich ihre Kinder schlecht verhalten haben, sagt Wisdun, dann passiere nichts: "Die Eltern rufen die halt entweder nicht zurück oder die machen halt einfach gar nichts."
Auch deshalb "passiert das Gleiche immer wieder", sagt der stellvertretende Schülersprecher.