Die Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich hat dem SWR bestätigt, dass auf ihrem Gebiet ein Wolf gesichtet wurde: "Es könnte allerdings gut sein, dass es sich um das Einzeltier handelt, welches bereits Anfang Juli in Lingenfeld gesichtet wurde. Da Wölfe als Langstreckenläufer am Tag zwischen 20 und bis zu 80 Kilometer zurücklegen können, ist dies durchaus wahrscheinlich."
Die Verwaltung geht davon aus, dass der Wolf nur auf der Durchreise ist. Man habe sich bereits mit örtlichen Jägern verständigt: Einhellige Meinung sei, dass das dortige Waldgebiet dem Wolf eigentlich zu klein sein müsste.
Nach Offenbach gekommen, um zu bleiben?
Dem will Julian Sandrini, Leiter des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (KLUWO) des Landes Rheinland-Pfalz, nicht widersprechen: "Das wäre schon ein auffällig kleines Gebiet für einen Wolf zum Niederlassen. Und ein angrenzendes Waldgebiet gibt es nicht."
Sandrini weist aber auch darauf hin, dass der Wolf dort viel Nahrung finden könnte. Ausschließen könne man daher noch nichts. Auch für eine klare Aussage, ob es tatsächlich nur ein Einzeltier ist, sei die Beweislage - Fotos und Videoclips von Bürgern - noch zu dürftig.
Wolf in Offenbach: Nutztierhalter besorgt
Wichtig sei jetzt, dass weiterhin jede Sichtung ans KLUWO gemeldet wird. Wenn nach drei Monaten alles darauf hindeutet, dass der Wolf bislang nicht weitergezogen ist, könne man über Schutzmaßnahmen reden, die vom Land gefördert werden.
Beim KLUWO hätten sich bereits besorgte Schaf- und Ziegenzüchter gemeldet, berichtet Sandrini. Das kann er verstehen: "Wenn ein Wolf im Gebiet ist, ist es einfach realistisch, dass es zu einem Übergriff auf Nutztiere kommt."
Keine Panik wegen Wolfs in der Südpfalz
Aber auch jetzt könnten Tierhalter einiges tun: von Weidenetzen über Ställe bis hin zu Elektrozäunen. Für alle anderen gelte ohnehin: "keine Panik".
Das KLUWO hat auf seiner Internetseite eine ganz Reihe an Empfehlungen zusammengestellt, was zu tun ist, wenn man einem Wolf begegnet.