Vor fünf Jahren sind die letzten Autos über die 1,3 Kilometer lange Hochstraße gefahren. Sie wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Im Herbst geht's nun los mit dem Abbau. Der erfolgt von der Mombacher Straße aus Stück für Stück in Richtung Rheinallee.
Die 1969 gebaute Brücke führt über ein Gebiet, in dem einige Firmen angesiedelt sind, Wohnhäuser und das städtische Tierheim.
Abriss des Bauwerks ist komplex
Beauftragt mit dem Abriss ist eine Firma aus Ulm. Sie übernimmt die Planung, den Abriss und die Entsorgung des Schutts. Insgesamt kostet der Abbruch laut Stadt mindestens 33 Millionen Euro. Schwierig ist er unter anderem wegen der dichten Bebauung drumherum und weil die Hochstraße über drei Bahntrassen führt, die zeitweise gesperrt werden müssen.
Abbruch der Hochstraße von Süd nach Nord
Ab Juni 2027 wird die Brücke mit schwerem Gerät in Stücke geteilt. Diese Teilstücke werden dann nach und nach von einem großen Kran abtransportiert. Der Kran arbeitet sich laut Stadt von Süden nach Norden vor. Er hebe die Teilstücke über die Seite aus der Brücke heraus. Die Einzelteile werden dann mit Lkw abtransportiert.
Alternativer Standort gesucht Tierheim Mainz muss wegen Abriss der Hochbrücke umziehen
Der Abriss der Mainzer Hochbrücke soll im Herbst beginnen. Schon jetzt ist klar: Das Tierheim, das unterhalb der Hochbrücke liegt, muss umziehen.
Ab Juni 2027 Sperrungen von Bahnstrecken
Bis zum Abschluss der Arbeiten Ende 2028 werden die drei Bahnstrecken, die unter der Hochstraße verlaufen, jeweils für einen Monat gesperrt. Zunächst die Bahnstrecke zwischen Mainz und Alzey. Ab März 2028 dann der Streckenabschnitt der Bahnlinie Köln-Mainz, ab April 2028 die Strecke zwischen Mainz-Mombach und Wiesbaden.
Verkehrsbehinderungen rund um Baustelle
Es sei "unumgänglich", dass durch die aufwendigen Bauarbeiten der Verkehr und das "städtische Umfeld" beeinflusst wird, so die Stadt. Die Stadt habe sich im Vorfeld mit allen Anliegern und Eigentümern ausgetauscht. Für den Verkehr gesperrt würden immer nur die Bereiche, in denen gearbeitet werde.
Kritik von Anliegern der Mainzer Hochstraße
Der Besitzer der Eventlocation Alte Lokhalle unter der Hochbrücke, Axel Weber, macht sich Sorgen über Umsatzeinbußen und Schäden an dem denkmalgeschützten Gebäude. Er besitzt nach eigenen Angaben insgesamt fast 25.000 Quadratmeter Gelände, das an die Hochstraße angrenzt und größtenteils vermietet ist. Er befürchtet, dass die Flächen während der Abrissarbeiten nicht zugänglich sind und hat bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet.
Die Arbeiten sollen Ende 2028 oder Anfang 2029 fertig sein.