Wer die Flüchtlingsunterkunft in Saulheim von außen sieht, bekommt bereits eine leise Ahnung davon, wie es um das Gebäude bestellt ist. Innen zeigen sich dann die wahren Schäden.
Eigentlich ist das Gebäude nur eine Notunterkunft. So war es von verschiedenen Behörden zu erfahren. Dennoch leben dort bereits seit etwa eineinhalb Jahren Geflüchtete. Und das in ziemlich prekären Verhältnissen.
Schimmel und nicht nutzbare Bäder in Asylunterkunft
Zurzeit ist die Unterkunft das Zuhause von 18 Menschen. Im Erdgeschoss befindet sich das einzig nutzbare Badezimmer. Dort fehlt etwa die Hälfte der Decke. 24 Stunden am Tag tropft von oben Wasser aus einer defekten Leitung. Für die Bewohner ist dies nach eigenen Angaben eine Zumutung.
Ein Stockwerk drüber gibt es ein weiteres Bad und eine Toilette. Dort ist nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung allerdings das Wasser abgestellt.
Bewohner erklärten dem SWR, dass im Erdgeschoss regelmäßig etwa fünf bis sechs Leute anstehen müssten, um zur Toilette zu gehen oder zu duschen.
Problem existiert seit etwa vier Monaten
Seit etwa vier Monaten gehe das nun so, sagt einer der Bewohner. Und das ist bei Weitem nicht das einzige Problem: Heizkörper sind stark verrostet, die Bausubstanz ist zum Teil völlig desolat und es gibt keine brauchbaren Abstellräume.
Verwaltung sieht Verantwortung bei Bewohnern
Sowohl die Verwaltung des Landkreises Alzey-Worms, als auch der Verbandsgemeinde Wörrstadt sehen sich in keiner Schuld. Im unteren Bad sei die Decke kaputt, weil es dort einen Wasserschaden gegeben hatte. Dieser sei durch die Bewohner verursacht worden.
Eine Baufirma kümmere sich um die Schäden. In einigen der oberen Zimmer seien deshalb Bautrockner aufgestellt worden. Warum unten allerdings immer noch Wasser aus der Decke tropft, bleibt offenbar ein Rätsel.