Das Wormser Amtsgericht hat die Angeklagten jeweils zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Beleidigungen, Schläge und Tritte am Bahnhof in Worms
Der Angriff hatte sich bereits im Dezember 2023 am Wormser Hauptbahnhof abgespielt. Opfer war ein schwules Paar. Einer der beiden Männer war früher mit der Angeklagten liiert und hat mit ihr fünf Kinder.
Die beiden hatten sich getrennt - am Tattag wollte der Vater zusammen mit seinem Lebensgefährten seine Kinder treffen.
Schwules Paar wird Opfer queerfeindlicher Gewalt
Zu dem Besuch kam es aber nicht, denn an diesem Tag wurde der Mann mit seinem neuen Partner am Wormser Hauptbahnhof von einer Gruppe attackiert. Bei den Angreifern handelte es sich um die Ex-Partnerin, deren neuen Lebensgefährten, eine weitere Frau und einen weiteren Mann.
Zunächst beschimpfte die Frau ihren Ex-Partner mit schwulenfeindlichen Beleidigungen und drohte ihm, dass er seine Kinder niemals wiedersehen werde.
Viele Attacken, wenige Anzeigen Gewalt gegen queere Menschen nimmt zu
Seit fünf Jahren ist bundesweit ein Anstieg der Straftaten gegenüber der queeren Community zu beobachten. Und die Dunkelziffer dürfte riesig sein - auch in Rheinland-Pfalz.
Polizei beendet Attacke
Der verbale Streit eskalierte dann: Die Frau und ihr neuer Lebensgefährte gingen auf den Partner ihres Ex-Freundes los. Diesen Angriff konnte der Mann noch abwehren. Als das schwule Paar später in einen Zug stieg, eskalierte die Situation aber erneut.
Die Vierergruppe folgte dem Paar und ging auf die beiden Männer los. Erst als die Polizei eingriff, stoppten die vier und flohen. Sie konnten später jedoch gefasst werden. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und Prellungen an Kopf und Körper. Der Mann war drei Wochen arbeitsunfähig.