Der Rucksack steckte außerdem in einer Plastiktüte. Die beiden Jugendlichen haben ihn in der Nähe der Heilig Kreuz Kirche in der Bad Kreuznacher Innenstadt gefunden und zwei Beamten der Bundespolizei übergeben: Julian und Anna-Sophie. Ihre Namen werden in der Geschichte noch eine Rolle spielen.
Katzenbabys saßen in ihrem Kot
Die Bundespolizei berichtet, dass die Kätzchen offenbar schon länger in dem "winzigen Rucksack" gefangen waren - sie saßen bereits in ihrem eigenen Kot. Julian und Anna-Sophie haben die Tiere sofort befreit, erstversorgt und ins Bad Kreuznacher Tierheim gebracht.
"Uns sind sofort die Flöhe entgegengesprungen", erzählt Tierheimleiterin Mona Speicher. Sie hat die Katzen angenommen, die sich als Mutter und Sohn entpuppt haben. "Die Mutter ist noch sehr jung, höchsten eineinhalb Jahre alt." Sie seien außerdem unterernährt und sehr hungrig gewesen. "Die Katzen haben sich sofort aufs Futter gestürzt", erzählt Speicher. Ansonsten seien sie erstmal zurückhaltend gewesen.
Katzen stammen aus Qualzucht "Scottish Fold"
"Schon am nächsten Morgen hat sich der kleine Katzenjunge direkt auf den Rücken gerollt, und wollte gekrault werden", erzählt Mona Speicher. Sie kam zu ihm, um die Flöhe auszukämmen.
Und auch sonst müssen die beiden Katzen nun erstmal umfassend medizinisch versorgt werden. Wurmkur, Bluttests auf Virusinfektionen, die Mutter muss kastriert werden und eventuell stehe auch röntgen an. "Die Katzen stammen aus einer illegalen Qualzucht, die heißt 'Scottish Fold'", erklärt Mona Speicher. Das bedeute, den Katzen sei ein Gendefekt angezüchtet worden, dadurch hätten sie auffällige Klappohren. Die Folge können zum Beispiel schmerzhafte Gelenkschäden sein.
Hohe Tierarztkosten - Tierheim ohnehin am Limit
Etwa 1.000 Euro koste das Tierheim die Behandlung der beiden kleinen Katzen. "Da mussten wir erstmal schlucken", sagt Mona Speicher. Wie viele Tierheime in Deutschland ist auch das Tierheim Bad Kreuznach finanziell am Limit und auf Spenden angewiesen.
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Kätzchen heißen jetzt wie die Polizeibeamten
Im Tierheim Bad Kreuznach haben die kleinen Katzen neue Namen bekommen - und zwar die der beiden Polizeibeamten: Julian und Anna-Sophie. Die Polizistin Anna-Sophie könnte sich sogar vorstellen, die beiden Kätzchen bei sich aufzunehmen, heißt es von der Bundespolizei. "Sie war sehr interessiert", erzählt Mona Speicher. "Wir haben schon Nummern ausgetauscht und sagen ihr Bescheid, wenn die Katzen vermittelt werden können."
Bundespolizei hat öfter tierische Einsätze
Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Fälle von ausgesetzten Tieren habe die Bundespolizei nicht oft, sagte eine Sprecherin dem SWR - tierische Einsätze allerdings immer mal wieder. Allein in den letzten sechs Wochen habe es drei Einsätze gegeben, bei denen Schwäne oder Störche aus dem Gleis gerettet werden mussten.