Der Sieg geht klar an Katharina Roos. Von allen, die zur Wahl standen, hat sie die meisten Stimmen bei der Online-Abstimmung bekommen: 7.211! Damit hat sie fast tausend Stimmen Abstand zu einem Team aus Thüringen, das auf Platz zwei gelandet ist.
Endspurt mit großem Abstand gewonnen
Aus jedem Bundesland war der jeweilige Sieger oder das Siegerteam in der Endausscheidung. Insgesamt haben fast 33.000 Menschen an dem finalen Voting für Deutschlands beliebtesten Pflegeprofis beteiligt.
Das macht mich so stolz, weil ich das gar nicht als einzelnen Erfolg für mich sehe, sondern für uns als Klinik, im Kollegium, aber auch stellvertretend für die gesamte Pflege.
Katharina Roos aus Bretzenheim an der Nahe arbeitet in der Onkologie der Frauenklinik in der Mainzer Unimedizin. Bei Patientinnen und im Kollegenkreis wird sie geschätzt für ihre menschliche Wärme.
Eine Mutmacherin, die die Frauen begleitet
Sie hat ein Konzept entwickelt, bei dem sie als Pflegerin eine Patientin bei allen Behandlungsschritten begleiten kann. Es ziehe den Frauen den Boden unter den Füßen weg, wenn sie die Diagnose Krebs bekämen, sagt Katharina Roos.
Deswegen sei es so wichtig, dass sie von ein und derselben Pflegekraft begleitet würden, vor und nach einer Operation, einer Bestrahlung und einer Chemotherapie.
Nominiert von einer ehemaligen Krebspatientin
"Frau Roos ist weit mehr als eine Pflegekraft - sie ist eine Wegbegleiterin, eine Stütze und eine Mutmacherin", sagt Martina Retzer. Die ehemalige Krebspatientin hatte Katharina Roos ursprünglich zur Wahl vorgeschlagen.
Martina Retzer war an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Sie hat den Krebs besiegt und war Katharina Roos für ihre liebevolle Betreuung so dankbar, dass sie sie für den Wettbewerb nominiert hat.
Ich habe unzählige Operationen hinter mir. Sie ist immer vor der OP gekommen und immer nach der OP, hat geguckt, wie es mir geht, teilweise auch mit mir geweint. Das ist einzigartig.
Auch beliebteste Pflegekraft in Rheinland-Pfalz
Prompt gewann Roos den Titel als beliebteste Pflegekraft in Rheinland-Pfalz 2025, jetzt hat sie es sogar im Bundesentscheid geschafft.
Fachliche Kompetenz und menschliche Wärme
Katharina Roos hat eine vierjährige Tochter. Trotzdem ist sie mit vollem Einsatz in der Unimedizin Mainz.
Jede Pflegekraft hat hier 45 bis 60 Patientinnen am Tag: Chemotherapie, Blut abnehmen, Spritzen geben, Gespräche führen, Mut machen. Roos sagt, sie liebe ihren Job, weil er so vielseitig sei.
Für sie gebe es nichts Wichtigeres, als Frauen in dieser lebensbedrohlichen Situation beizustehen, sagt Roos. Dazu gehört für sie unter anderem auch, dass sie ihren Patientinnen Kosmetiktipps geben kann.
Durch eine Zusatzausbildung kann sie die Frauen beraten und ihnen dabei helfen, dass sie sich nach den extremen Behandlungen beim Blick in den Spiegel zumindest etwas wohler fühlen.
Wunsch nach mehr Wertschätzung für Pflegekräfte
Sie wünsche sich mehr Wertschätzung für den Beruf, sagt die 36-Jährige und mehr Sensibilisierung für die Onkologie. Ihr Rat: "Unbedingt Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung wahrnehmen." Krebs betreffe jeden irgendwann, sei es, dass man selbst erkranke oder jemand in der Verwandtschaft.
"Wir werden alle immer älter und kränker und wir haben nicht genug Pflegerinnen und Pfleger", sagt Roos sorgenvoll. Mehr Wertschätzung und mehr finanzielle Mittel hält sie für dringend erforderlich, damit das System nicht irgendwann zusammenbricht.
Wettbewerb "Beliebtester Pflegeprofi" will Engagement würdigen
Der Verband der privaten Krankenversicherung lobt seit 2017 alle zwei Jahre den Online-Wettbewerb "Deutschlands beliebteste Pflegeprofis" aus, um Pflegekräften bundesweite Anerkennung zu geben.
Der Preis sei wichtig, um Pflege sichtbar zu machen, so die Initiatoren. Neben der Wertschätzung bekommen die Bundessieger Preisgelder bis 5.000 Euro.