Anfang Oktober lief in den USA die sogenannte "Banned Books Week". Organisiert wird diese Woche der verbannten Bücher seit über 40 Jahren von der amerikanischen Bibliotheksvereinigung - aus Protest gegen Zensur. Seit Donald Trump Präsident ist, hat die Verbannung bestimmter Bücher an Fahrt gewonnen.
Fast 7.000 Bücher in den USA verbannt
Insbesondere in konservativ geprägten Bundesstaaten wie Florida, Tennessee oder Texas werden Bücher aus den Bibliotheken genommen und in Schulen verboten. Laut eines Berichts von "PEN America" sind im Schuljahr 2024/2025 mehr als 6.800 Bücher zeitweise oder dauerhaft aus dem Unterricht entfernt worden.
Ausstellungen zu "Banned Books" in Mainz und Worms
Angesichts dieser Entwicklung haben sich die Anna-Seghers-Bücherei in Mainz und die Stadtbibliothek Worms entschieden, sich an der "Banned Book Week" zu beteiligen. In gesonderten Schaukästen und Vitrinen zeigen sie Bücher, die in den USA verbannt worden sind.
Sogar die Bibel ist ein "Banned Book"
Und es sind Titel dabei, die viele von uns hierzulande überraschen: zum Beispiel "1984" und "Die Farm der Tiere" von George Orwell. Oder die "Herr der Ringe"-Trilogie von J.R.R. Tolkien. John Steinbecks "Von Mäusen und Menschen" gehört ebenfalls dazu. Sogar die Bibel sei verbannt worden, erklärt die Wormser Stadtbibliothek - wegen der Darstellung von Inzest, Sexualität und Gewalt.
Sexualität, ideologische Aussagen und vulgäre Sprache werden verbannt
Die häufigsten Gründe, warum Bücher entfernt werden, seien sexuelle Inhalte, religiöse Bedenken, ideologische Aussagen oder auch LGBTQ+ Inhalte. Das schreibt die Anna-Seghers-Bücherei in Mainz auf ihrer facebook-Seite und fordert ausdrücklich dazu auf, genau diese Bücher auszuleihen.
Gesellschaft Bücher auf dem Index – Wie Book Bans und Verbote die Literatur bedrohen
Verwüstete Buchregale, rechte Demonstranten, die Lesungen stören, politisch motivierte Buchverbote: Fachleute sprechen von einem neuen Kulturkampf gegen die Literatur.
Worms: Verbotene Bücher erzählen wertvolle Geschichten
Für die Wormser Stadtbibliothek ist der Zugang zur Literatur kein Privileg, sondern ein fundamentales Gut. Verbotene Bücher würden Geschichten erzählen, die wertvoll seien, auch wenn sie unbequem, kontrovers oder herausfordernd seien. Auch in Worms sind deshalb Beispiele für die in den USA verbannten Bücher in einem Schaukasten zu sehen.