Einem 45-jähriger Mann ist in einem Supermarkt aufgefallen, dass der 86-jährige Senior mehrere sogenannte "Paysafe" Karten gekauft hatte.
Mit diesen Wertkarten kann man mit einem Code im Internet Geld überweisen, ohne seine Bankdaten weitergeben zu müssen.
Senior kaufte Karten für angeblichen "Oberst" von Europol
Dem 45-Jährigen sei es seltsam vorgekommen, dass ein älterer Mann solche Zahlungsmittel kauft. Laut Polizei hat er ihn deshalb angesprochen und gefragt, wofür er die Paysafe-Karten braucht.
Der Senior habe gesagt, dass die Karten für "Europol" seien. Der 45-jährige Zeuge verständigte daraufhin die Polizei.
Über ein Jahr Geld an falschen Europol-Oberst gezahlt
Polizeibeamte besuchten den Senior zu Hause. Dabei stellte sich heraus, dass der 86-Jährige seit mehr als einem Jahr regelmäßig Kontakt zu einem angeblichen "Oberst der Europol" hat.
Er sagte, er habe ihm regelmäßig Geld über Paysafe-Karten zukommen lassen. Der Kontakt lief laut Polizei immer über Facebook.
Der vermeintliche Oberst habe ihm versichert, das Geld gewinnbringend anzulegen und so für den Rentner ein Vermögen aufzubauen. Laut Polizei hat der 86-Jährige dem Betrüger mindestens 40.000 Euro gegeben. Die Ermittler schließen nicht aus, dass noch mehr Geld geflossen ist.
Polizei warnt vor Geldforderungen von Behörden
Die Polizei klärte den Rentner auf, dass er auf einen Betrüger hereingefallen ist. Internationale Polizeibehörden wie Europol würden niemals Geldzahlungen fordern oder Geld für andere anlegen.
"Seien sie besonders misstrauisch, wenn unbekannte Personen hohe Geldbeträge, Gutscheincodes oder Kryptowährungen verlangen und dabei mit offiziellen Titeln oder als Behörden auftreten", warnt das Polizeipräsidium Mainz. Im Zweifelsfall sollen die Bürgerinnen und Bürger nicht zahlen, sondern sich an die Polizei wenden.