Die Staatsanwältin hat ihre Machenschaften als miese und perfide Tour bezeichnet. Nur weil die drei Angeklagten vor Gericht ihre Taten gestanden hatten, hat sie das Mainzer Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt. Zudem haben sie laut Gericht einen Großteil ihrer Beute an ihre Opfer zurückgezahlt.
Mit Betrugsmasche Lebensunterhalt verdienen
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer sich mit der Betrugsmasche "ihren Lebensunterhalt verdienen" wollten. Mit mehreren anderen Männern hätten sich die drei Angeklagten im Spätsommer 2020 zusammengeschlossen, um "eine Vielzahl von Betrugstaten" zu begehen.
Falsche Schäden und hohe Summen
Die Masche der mutmaßlichen Betrüger war immer ähnlich: Sie klingelten an Häusern oder sprachen ältere Menschen vor der Haustür an. Die Opfer wurden überredet, Reparaturen oder die Bekämpfung von Schädlingen in Auftrag zu geben - gegen Bargeld. Doch die Arbeiten wurden entweder gar nicht oder nur unvollständig durchgeführt.
Häufig waren die Ursachen auch frei erfunden. So hatten die Männer in einem Haus in Ingelheim z.B. selbst Mehlwürmer verteilt, um einen Schädlingsbefall vorzutäuschen.
"Dachhaie" stehlen Schmuck und Goldbarren
Ein besonders schwerer Fall ereignete sich in Mainz. Hier "entdeckten" die Angeklagten an einem Haus ein angebliches Mardernest. 7.500 Euro bezahlte der Hausbesitzer für die Entfernung. Damit aber nicht genug: Während der Arbeiten stahlen die Männer Schmuck und Goldbarren im Wert von 118.000 Euro aus dem Haus des Opfers.
Weitere Fälle in Mainz, Ingelheim und Nieder-Olm
Auch in Ingelheim kam es zu mehreren Vorfällen. In einem Fall zahlte ein Opfer 10.000 Euro für eine Dachreparatur wegen angeblicher Feuchtigkeitsschäden. In einem Fall in Nieder-Olm wurden 35.000 Euro in mehreren Etappen übergeben - für Arbeiten, die sich später als nutzlos herausstellten.
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Viele falsche Handwerker unterwegs
Die Betrugsmasche mit den falschen Handwerkern ist weit verbreitet. Im vergangenen Jahr berichtete die Polizei allein in einer Dezemberwoche von mehr als drei Fällen von "Dachhaien" in Mainz und Ingelheim. Und im vergangenen Juli wurde eine 70-jährige Mainzerin Opfer von falschen Handwerkern.