Am Frauenlob-Gymnasium und an der Gustav-Stresemann-Schule waren nach Auskunft der Aufsichtsdirektion ADD Flyer der Burschenschaft ausgelegt worden. Die Studentenverbindung steht der rechtsextremen Szene nahe und wird vom rheinland-pfälzischen Verfassungsschutz beobachtet.
Mit dem Flyer wirbt die Burschenschaft um Nachwuchs - unter anderem mit Freibier. Die Universität ist aus Sicht der Burschenschaft ein "linker Sumpf mit Denkverboten". Die ADD weist darauf hin, dass Flyer und Broschüren nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Schulleitung verteilt werden dürfen. In diesen konkreten Fällen wurde laut ADD eine solche Genehmigung weder angefragt noch ausgesprochen.
Hausverbot am Frauenlob-Gymnasium für Burschenschaft
Da das an beiden Schulen nicht der Fall war, hat zumindest der Schulleiter des Frauenlob-Gymnasiums der Burschenschaft ein Hausverbot erteilt. Im Wiederholungsfall werde die Polizei verständigt. Die Inhalte der Flyer sind nach Angaben eines Polizeisprechers allerdings nicht strafbar. Die Allgemeine Zeitung hatte zuerst über den Vorfall berichtet.
Landeschüler*innenvertretung RLP verurteilt Aktion
Empört reagierte auch die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP). Dass Mitglieder der Burschenschaft gezielt versuchten, Schülerinnen und Schüler durch Flyer zu beeinflussen, sei nicht nur besorgniserregend, sondern auch inakzeptabel, heißt es. Schulen sollten ein sicherer Ort für alle sein, an dem Toleranz, Vielfalt und Respekt gelebt werden kann.
Kritik kommt auch von der SPD Mainz-Oberstadt. Es könne nicht sein, dass eine Studentenverbindung mit Kontakten in der rechtsextremen Szene ohne Weiteres ihr Gedankengut bei Schülerinnen und Schülern verbreite. Die Stadt solle rechtliche Schritte prüfen, damit sich so etwas nicht wiederholt, heißt es.