Mit Helm und Tunika in Trier angekommen

Auf den Spuren der Römer: Mit 25-Kilo-Ausrüstung von Bingen nach Trier

Conrad Lunar ist angekommen. Sechs Tage war er von Bingen am Rhein nach Trier unterwegs. Aber nicht einfach so: Er trug dabei eine Römer-Ausrüstung. Warum macht er das?

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Von Autor/in Luca Sumfleth

Robuste Schuhe, bequeme Kleidung, leichtes Gepäck - so sind die meisten beim Wandern unterwegs. Conrad Lunar aus Neuwied macht's anders: Wer ihm diese Woche zwischen Bingen und Trier begegnete, dürfte seinen Augen kaum getraut haben.

Von Bingen nach Trier im historischen Outfit

Conrad Lunar wanderte nicht in moderner Funktionskleidung, sondern in einer römischen Ausrüstung aus der Spätantike. Mit Schwert, Schild und Helm wiegt sie rund 25 Kilogramm, knarzt bei jedem Schritt und sorgt für einen steifen Nacken.

Das Einzelstück hat sich Lunar für die Reise extra anfertigen lassen. Unbequem seien vor allem die Schuhe: "Wir sind halt diese Lederschuhe mit den Metallnägeln unter dem Fuß nicht gewohnt", erklärt er.

Conrad Lunar steht in einer Römer-Ausrüstung im historischen Garten in Andernach.
Conrad Lunar ist regelmäßig als Römer unterwegs – hier im historischen Garten in Andernach. Conrad Lunar

Darum marschiert Conrad Lunar durch Rheinland-Pfalz

Warum tut er sich das an? "Das frage ich mich selbst manchmal", gibt er zu, "aber es gehört halt irgendwie zu dem Hobby dazu." Denn Conrad Lunar brennt für römische Geschichte und möchte sie für andere erlebbar machen.

Deshalb schlüpft er nicht nur immer wieder in die Rolle des römischen Soldaten, sondern hat rund um Neuwied auch einen 42 Kilometer langen Römer-Themenweg entwickelt, den "Drachenkopfweg". An Schulen hält er regelmäßig Vorträge zur römischen Geschichte.

Schon Routine: In Römermontur durch Rheinland-Pfalz

Was verrückt klingt, ist für Lunar nicht Neues: Bereits seit einigen Jahren "marschiert" er in wechselnder Römermontur durch Rheinland-Pfalz - diesmal hatte er sich zusammen mit einem Gefährten die Ausoniusstraße ausgesucht: 118 Kilometer, die sie in sechs Tagesetappen à 13 bis 23 Kilometer laufen wollten.

Römische Militär- und Handelsstraße mit Geschichte

Die "Via Ausonia" folgt einer Militär- und Handelsstraße, die die Römer vermutlich vor rund 2.000 Jahren angelegt haben. Benannt ist sie nach Ausonius, einem römischen Dichter und Gelehrten, der 368 n. Chr. von Mainz über Bingen nach Trier reiste. Seine Erlebnisse hielt Ausonius in der "Mosella" fest – dem vermutlich ersten Reisebericht über das Moselland.

Conrad Lunar und ein Gefährte in Römer-Ausrüstung auf dem Wanderweg "Römerreich" bei Obermendig.
Conrad Lunar (vorne) mit einem Gefährten auf dem Wanderweg "Römerreich" bei Obermendig. Conrad Lunar

Heute informieren Schilder entlang der Ausoniusstraße über die Römerzeit, regelmäßig sind dort Wanderer unterwegs. Dass jemand dabei eine spätantike Ausrüstung trägt, dürfte aber schon 1.600 Jahre her sein, vermutet Lunar.

Und so war es für ihn an seinem Wanderziel in Trier ein besonders erhabener Moment in seiner Ausrüstung die in der Spätantike gebaute Konstantinbasilika zu betreten. "Das war ein ganz besonderes historisches Erlebnis für mich, durch diesen geschichtsträchtigen Ort zu gehen. Ich bin froh, dass ich das so erleben durfte."

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Luca Sumfleth
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