Die beiden Läden unmittelbar neben dem Hotel sind noch immer nicht bezugsfertig. Ein Bauzaun verwehrt jeden Blick in den Bereich des Gebäudes, in dem das Feuer vor fast zwei Jahren ausgebrochen war. Im Domhotel selbst aber ist alles längst fertig: Eingangshalle, Zimmer, Frühstücksraum, Küche - alles ist neu.
Ruß verursachte Millionenschaden im Wormser Domhotel
"Im Hotel hat es nie gebrannt", betont Joachim Ernst, der das Domhotel leitet. "Wir hatten zwei andere Probleme. Zum einen war durch ein geborstenes Fenster Rauch eingedrungen und hatte die Küche und das Restaurant beschädigt." Das zweite Problem sei die alte Lüftungsanlage gewesen, die den Ruß vom Erdgeschoss bis in den vierten Stock verteilte.
Das alles verursachte Schäden von rund fünf Millionen Euro. Davon habe man kaum etwas gesehen in den Zimmern. "Wir hatten schon am nächsten Tag angefangen, alles sauber zu machen, um die Gäste wieder unterbringen zu können. Bis klar wurde, dass das Hotel unbewohnbar ist", so Joachim Ernst weiter.
Prominente Gäste stellten Feuer schlimmer dar, als es war
Geärgert hatte sich Ernst damals über viele Berichte über das Feuer. Prominente Gäste hätten zum Beispiel über eine Feuerhölle berichtet, die es nicht gegeben habe.
Das fand ich schon ein bisschen respektlos, so etwas zu behaupten, nur um ein paar Klicks mehr bei Social Media zu bekommen.
Ernst persönlich hatte sein Hotel noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr evakuiert. "Aber dann gab es Gäste, die einfach zurück in ihre Zimmer gegangen sind, um ihre Koffer zu packen". Die mussten dann von Feuerwehrleuten nach draußen begleitet werden.
Eine schwere Zeit für die Hoteliersfamilie in Worms
Auch die Behauptung, im Hotel habe es keine Rauchmelder gegeben, sei falsch. "Die haben nur keinen Alarm gegeben, weil es ja kein offenes Feuer gab und der Ruß sich in den Leitungen in den Wänden verteilt hat", sagt Joachim Ernst.
Mein Vater, der das Hotel vor 50 Jahren aufgebaut hat, hat sich in dieser Zeit viele Vorwürfe gemacht - hat sich gefragt, ob er Fehler gemacht hat.
Diese ganze Zeit sei nicht einfach für die Familie gewesen. Nach der Sanierung gibt es nun eine hochmoderne Brandmeldeanlage, die direkt mit der Feuerwehr verbunden ist.
Stammgäste sind erst mal weg
Seit September vergangenen Jahres empfängt das Wormser Domhotel wieder Gäste. "Die ersten waren eine Reisegruppe aus den USA, die seit Jahren schon zu uns kommt", erzählt Joachim Ernst. Trotzdem sind Stammgäste ein Problem. Wenn man fast ein Jahr geschlossen hat, seien die weg und man bekomme sie schwer wieder zurück.
Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis wir wieder unsere Stammkunden haben.
Großer Vorteil für das Domhotel: Es liegt wenige Schritte vom Festspielgelände der Nibelungenfestspiele entfernt. Auch, dass das Wormser Lincoln-Theater unter dem Hotel seit einigen Wochen wieder geöffnet ist, dürfte von Vorteil sein für das Domhotel. Das Theater war durch Löschwasser stark beschädigt worden.
Nachbarläden des Domhotels öffnen bald wieder
Und auch für die beiden Läden neben dem Hotel, in denen das Feuer vor zwei Jahren richtig gewütet hatte, gibt es inzwischen eine Lösung. Noch in diesem Jahr werden sie bezugsfertig sein, so Joachim Ernst. Dann ziehen ein neues Café und das Wormser Berufsbildungswerk dort ein.