Bundesweiter Aktionstag

Frauenstreik in Mainz für Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit

Frauen verdienen weniger als Männer, leisten mehr unbezahlte Care-Arbeit und sind häufiger von Gewalt betroffen. Darauf soll auch in Mainz ein Frauenstreik aufmerksam machen.

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Von Autor/in Sarina Fischer

"Ohne uns steht alles still" - das ist das Motto des bundesweiten Frauenstreiks. Einen Tag nach dem Weltfrauentag gehen in über 80 Städten in Deutschland erneut Frauen auf die Straße, auch in Mainz. Dazu aufgerufen hat das Töchter Kollektiv.

Unbezahlte Care-Arbeit leisten vor allem Frauen

"Wir wollen Dinge sichtbar machen, die sonst unsichtbar sind, die von Frauen geleistet werden, aber politisch ignoriert werden", sagt Jana Huber, Sprecherin des Frauenstreiks in Mainz. Dazu zähle zum Beispiel die unbezahlte Care-Arbeit, wie etwa Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Hausarbeit.

Care-Arbeit werde immer noch hauptsächlich von Frauen geleistet. Und das dürfe eigentlich nicht selbstverständlich sein, meint Huber: "Wir wollen darauf hinweisen, dass Sorgearbeit auch Arbeit ist."

Frauen verdienen 16 Prozent weniger als Männer

Und selbst bei der bezahlten Arbeit seien Frauen immer noch benachteiligt gegenüber Männern. Das habe erst vor wenigen Tagen wieder der Equal Pay Day verdeutlicht. Der fiel dieses Jahr auf den 27. Februar.

Statistisch betrachtet mussten Frauen in Deutschland bis zu diesem Tag arbeiten, um seit Anfang 2025 das zu verdienen, was Männer bereits zum 31. Dezember des Vorjahres verdient hatten. Laut dem statistischen Bundesamt verdienten Frauen also 16 Prozent weniger als Männer.

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Mehr Hilfe bei Gewalt gegen Frauen

Ein weiterer Grund für den Frauenstreik sei das immer noch viel zu große Problem der Gewalt gegen Frauen. "Die Frauenhäuser brauchen mehr Geld", fordert Jana Huber, "es müssen mehr Schutzräume da sein, damit Frauen eben nicht in Gewaltbeziehungen verbleiben, sondern wirklich auch die Möglichkeit haben, da rauszukommen."

Eigentlich müsse dazu nur die sogenannte Istanbul-Konvention umgesetzt werden, sagt Huber. Dieses internationale Abkommen verpflichtet Deutschland zum Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt. In der Praxis passiere aber noch viel zu wenig: "Die Frauenhäuser und Beratungsangebote sind völlig überlastet."

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Frauenstreik richtet sich an alle diskriminierten Menschen

Das alles seien keine individuellen Probleme, sondern strukturelle, sagt Jana Huber. Darauf solle der Frauenstreik in Mainz und anderen Städten aufmerksam machen.

Zum Protest aufgerufen seien dabei explizit nicht nur Frauen, sondern "alle Personen, die sich diskriminiert fühlen - egal aufgrund welchen Merkmals, ob Geschlecht, ob Herkunft oder sexuelle Orientierung", erläutert Jana Huber. "Auch gerne Männer, die sich solidarisch zeigen wollen."

Es gehe darum, sich generell für Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit stark zu machen. "Wenn wir gemeinsam auf die Straße gehen, können wir auch was erreichen - wir können die Politik und die Gesellschaft wachrütteln."

Kundgebung in der Mainzer Innenstadt

Zur Kundgebung am Nachmittag auf dem Gutenbergplatz werden voraussichtlich 500 Teilnehmende erwartet. Das rund zweieinhalbstündige Programm gestalten zahlreiche Verbände und Vereine aus Mainz und Umgebung mit.

Redebeiträge wird es unter anderem von Susanne Wagner (DGB Rheinhessen-Nahe), Annette Diehl (Frauennotruf Mainz) und der Mainzer Content Creatorin Anja Heylmann geben, die unter "Frustrierte Alte" postet.

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Neben dem vom Töchter Kollektiv organisierten Frauenstreik findet in Mainz am selben Tag auch noch ein anderer feministischer Streik statt: geplant ist ein Demonstrationszug, der bereits am Mittag am Mainzer Hauptbahnhof startet.

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Autor/in
Sarina Fischer
Sarina Fischer ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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