Anschlussstelle Bad Kreuznach

Gaffen statt helfen - Polizei kritisiert Autofahrer nach Unfall auf A61

Es ist schon wieder passiert: Statt Hilfe anzubieten oder einfach zügig an der Unfallstelle vorbeizufahren, haben Autofahrer auf der A61 ihre Smartphones gezückt und gefilmt.

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Von Autor/in Corinna Lutz

"Das lässt die Hilfsbereitschaft der Bürger und Bürgerinnen in keinem guten Licht dastehen", schreibt die Autobahnpolizei Gau-Bickelheim und kritisiert das Verhalten einiger Autofahrer nach einem Unfall auf der A61. Was war passiert?

Verletzte wurden von Gaffern gefilmt

Am Dienstagmittag gegen 14 Uhr hat die Polizei einen Unfall auf der A61 kurz vor der Anschlussstelle Bad Kreuznach aufgenommen. Es gab Verletzte. Laut Polizei lagen zwei Menschen auf dem Seitenstreifen bis Ersthelfer da waren.

Statt Hilfe anzubieten oder die Unfallstelle abzusichern seien Autofahrer vorbeigefahren und hätten die Unfallbeteiligten mit ihren Smartphones gefilmt. Doch wie kann man sich an einer Unfallstelle auf der Autobahn nützlich machen?

ADAC: Schauen was einem gerade zumutbar ist

Auf der Autobahn sei ein sicheres Anhalten nicht immer gegeben, sagt Alexander Schnaars, Sprecher des ADAC. Man dürfe sich selbst und andere dabei nicht gefährden. Wenn man an einem Unfall mit Verletzten vorbeikomme, sollte man daher immer schauen, was einem gerade zumutbar sei.

"Aber das Mindeste, was man immer machen kann und sollte, ist es die Rettungskräfte zu rufen. Kann man das Fahrzeug sicher abstellen und anhalten, kann man auch direkt vor Ort Erste-Hilfe leisten und die Unfallstelle absichern."

Das Abfotografieren oder Filmen von Unfallopfern und der Unfallstelle gehe natürlich gar nicht, so Schnaars weiter. Gaffen sei kein Kavaliersdelikt, sondern habe ernsthafte Konsequenzen für Unfallopfer, die ihre Versorgung zu spät erhalten. Und die könne gegebenenfalls lebenswichtig sein, sagt der ADAC-Sprecher.

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