Karl-Heinz Banse – Präsident DFV

Oberster Feuerwehrmann fordert Führerscheinentzug für Gaffer

Wir haben mit dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse gesprochen, der härtere Strafen für Gaffer bis hin zum Entzug des Führerscheins fordert.

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Auf Autobahnen verursachen Gaffer und Schaulustige immer wieder Staus, Behinderungen und sogar schwere Folgeunfälle. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl Heinz Banse, fordert jetzt in einem Interview, solche Leute sollten hart bestraft werden und man sollte ihnen den Führerschein wegnehmen.

SWR1: Herr Banse, Sie haben richtig Wut im Bauch, oder?

Karl-Heinz Banse: Das ist nicht schön, wenn man zu Einsatzstellen beispielsweise auf der Autobahn fährt und man wird von Gaffern behindert. Man muss aufpassen, dass diese Gaffer nicht zu nahe an die Einsatzstellen herankommen, dass die gar noch die Verletzten oder Betroffenen fotografieren.

Es ist auch sehr gefährlich, das erlebt jeder, der viel auf der Autobahn unterwegs ist, wenn sich auf der Gegenfahrbahn ein Unfall ereignet und auf der eigenen Spur ist auch ein Stau. Man wundert sich: Warum ist das so? Weil die Leute abbremsen und fast mit Schritttempo vorbeifahren, um zu gucken, was da drüben los ist.

Das ist einfach sehr, sehr gefährlich und es ist auch nicht mehr hinnehmbar. Wir haben sowieso damit zu kämpfen, dass wir immer genügend Einsatzkräfte haben. Wenn ich dann noch Leute abstellen muss, die die Einsatzstelle vor Gaffern absichern, […] dann haben wir irgendwann eine Situation, die nicht mehr tragbar ist.

Karl-Heinz Banse fordert Führerscheinentzug für Gaffer

SWR1: Sie fordern den Führerscheinentzug. Aber es gibt ja schon harte Strafen, wie Bußgeld oder Punkte, vielleicht sogar Gefängnis.

Banse: Ja, das geht bis zu Gefängnisstrafen hoch. Das Gesetz ist ja relativ neu. Es gibt harte Strafen, aber wann werden die mal umgesetzt? Wann wird das kund getan? Wann merken diese Menschen, dass sie sich so nicht verhalten dürfen?

SWR1: Diese hohen Geld- oder Gefängnisstrafen werden in der Praxis so nicht ausgesprochen?

Banse: Ich kann das nicht belegen, aber ich habe noch nicht viel darüber gehört. Jetzt ist das vielleicht ein schlechter Vergleich, […] aber wenn ich mal zu schnell unterwegs bin, das passiert auch mir, da gibt es überhaupt keine Diskussion. Da kriegt man zwei Punkte und geht einen Monat zu Fuß. Da kann man dann versuchen, gegen anzugehen, aber es geht ruckzuck.

Und bei solchen Dingen, da muss man erst in ein Gerichtsverfahren. Dann zieht sich das lange hin. Dann wird das Verfahren vielleicht gar nicht erst eröffnet, weil die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse sieht, oder, oder, oder.

Es müsste ein Automatismus her, dass man genauso schnell und genauso hart bestraft wird wie beim zu schnellen Fahren, beim Fahren unter Alkohol oder beim Benutzen des Handys beim Autofahren.

Das Gespräch führte Birgit Steinbusch.

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