Mitte August, ein Nachmittag in der Mainzer Innenstadt: Das Thermometer zeigt 33 Grad, die heiße Luft steht in den Straßen, kaum ein Windzug bringt Abkühlung. In einer Passage sitzt im Schatten ein älterer Mann auf einem Bündel Sachen.
Obdachlose nehmen Wasser und Obst dankbar an
Jonathan Gaß vom DRK-Mainz-Hechtsheim reicht dem Wohnungslosen eine Flasche Wasser und eine Banane. Dankbar nimmt der Mann die Sachen an.
Tatsächlich sind die Leute sehr bescheiden. Also es ist so, dass sie nur das Nötigste nehmen und sehr dankbar sind, einfach, dass man sie nur wahrnimmt.
Gaß' Kollege Uwe Link gibt dem Obdachlosen außerdem eine wiederverwendbare Flasche. Dazu erklärt er ihm, wo er die Flasche in Mainz mit Wasser auffüllen lassen kann, zum Beispiel in einigen Geschäften.
Im Hitzebus gibt es auch Duschgel und Deo
Zwei Straßen weiter treffen wir eine bettelnde Frau, die sich neben dem Wasser auch sehr über zwei kleine Fläschen mit Duschgel und Shampoo freut. Zwei weitere Männer kommen direkt an den Hitzebus des DRK und fragen nach Deo und einem Rasierer.
Sie bekommen die Sachen, recken die Daumen hoch und versichern in Richtung der beiden Helfer: "Die sind super!" und "Vielen Dank!"
Hitzebus des DRK diesen Sommer erstmals in Mainz unterwegs
Die Idee für den Hitzebus kam Uwe Link vom DRK-Ortsverband Mainz-Hechtsheim erst vor kurzem. So, wie die Helferinnen und Helfer im Winter mit ihrem Kältebus unterwegs sind, könnte man den Wohnungslosen doch auch im Sommer dringend benötigte Hilfe bringen.
Tipps und Tricks bei großer Hitze So schützen Sie sich bei hohen Temperaturen
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie sich vor der Hitze schützen können - am Arbeitsplatz, in der Schule oder zu Hause. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.
Gesagt, getan: Seit diesem Sommer fahren er und andere Ehrenamtliche regelmäßig bei hohen Temperaturen die Stellen ab, an denen sich üblicherweise Wohnungslose aufhalten, und versorgen sie mit allem Nötigen.
Hitze staut sich in Mainz sehr schnell und wird zur Gefahr
Gerade in einer Stadt wie Mainz sei das dringend nötig, sagt Uwe Link. In der Innenstadt gebe es fast nur versiegelte Flächen, auf denen sich schnell die Hitze stauen kann.
Wohnungslose Menschen sind der Hitze einfach schutzlos ausgeliefert.
Zwar haben er und seine Kolleginnen und Kollegen noch nicht erlebt, dass jemand tatsächlich einen Hitzschlag oder Sonnenstich bekommen hätte. Aber dass die Menschen stark unter der Hitze leiden sei offensichtlich. Und Obdachlose seien den Temperaturen eben mehr als andere schutzlos ausgeliefert.
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Hitzewellen sind belastend, doch mit der richtigen Anpassung lassen sie sich gut überstehen. Dazu gehört sich nicht nur in klimatisierten Räumen zu schonen, sondern den Körper an Hitze zu gewöhnen.
DRK bittet Bürger um Hilfe für Obdachlose
Uwe Link würde sich wünschen, dass auch Bürgerinnen und Bürger diese Problematik sehen und mehr auf Wohnungslose am Straßenrand achten. "Ein nettes Wort und ein Fläschchen Wasser können da schon Wunder tun", sagt Link.
Damit könnte man den Menschen das Gefühl vermitteln, dass man sie wahrnimmt und dass man ihnen helfen will, einfach mit einer kleinen Geste: "Wenn das jeder tut, das würde die Welt schon ein bisschen besser machen."