Es war heiß in den vergangenen Tagen in Rheinland-Pfalz. Am Mittwoch kletterten die Temperaturen in Bad Kreuznach auf 36,6 Grad, in Kaiserslautern auf 36,5 Grad. Erst am Wochenende wird es eine leichte Abkühlung geben.
Wohl am angenehmsten wäre es, einen Hitzetag an einem schattigen Plätzchen am Meer oder am See zu verbringen. Aber meist muss man auch bei Hitze arbeiten und kriegt die Wohnung nicht kühl. Besonders alte und kranke Menschen leiden unter der Hitze, für Wohnsitzlose kann sie zur tödlichen Gefahr werden. Wie die Tage trotzdem erträglich werden können, erfahren Sie hier.
- Essen und Trinken bei Hitze
- Erträglicher wohnen und schlafen
- Arbeit und Schule in der Hitze
- Sport und Bewegung
- Autos in der Hitze
- Hilfen für Haustiere
- Hitze und die Natur
Essen und Trinken bei Hitze
Auf jeden Fall viel trinken! 1,5 bis 2 Liter pro Tag sollten es sein, gerne auch mehr. Der Körper verliert an heißen Tagen viel Flüssigkeit. Menschen mit Herzerkrankungen sollten aber vorsichtig sein: Das Herz muss dann größere Flüssigkeitsmengen durch die Blutgefäße pumpen und kann überanstrengt werden.
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Isotonische Getränke tun gut, denn sie führen dem Körper wichtige Mineralstoffe zu, die er beim Schwitzen verliert. Ayran, ein Getränk aus Joghurt, Wasser und Salz, bietet ebenfalls Flüssigkeit mitsamt wichtiger Mineralstoffe. Ein kaltes Bier oder eine Weinschorle hingegen sind alles andere als gut. Alkohol entwässert und entzieht dem Körper Mineralstoffe.
Was das Essen angeht: Lieber einen bunten Salat oder Obst und Gemüse genießen und den Schweinebraten mit Klößen für den Winter aufheben. Leichte Gerichte kann der Körper einfacher verdauen und verbraucht nicht unnötig Energie. Generell helfen dem Körper bei der Hitze salzhaltige Speisen und Lebensmittel wie Käse.
Erträglicher wohnen und schlafen im Hochsommer
Am besten frühmorgens lüften und tagsüber den Rollladen runterlassen. So bleibt die Hitze draußen. Wer keine Fensterläden hat, kann mit Ventilatoren und nassen Tüchern für Abkühlung sorgen.
Ein einfacher Ventilator sorgt für Abkühlung, wenn man ein kaltes, nasses Handtuch davor hängt. Im Homeoffice kann man sich das Handtuch aber auch direkt über die Schultern oder den Kopf legen.
Da sich die kühlste Luft am Boden befindet, hilft oft auch ein Bodenventilator, den man schräg nach oben ausrichtet. Das durchmischt die Luft und sorgt so für gefühlte Abkühlung. Zusätzlich kann man noch einen Eimer mit Eiswürfeln vor den Ventilator stellen - das verstärkt den Effekt.
Zum Schlafen kann es Abkühlung bringen, ein feuchtes Baumwolltuch bei Nacht ins geöffnete Fenster zu hängen. Die kühlere Luft in der Nacht wird durch die Verdunstung weiter abgekühlt.
Arbeit und Schule mehr als 30 Grad
Hitzefrei wie in der Schule gibt es am Arbeitsplatz in der Regel nicht. Die Arbeitsstättenverordnung regelt, welche Maßnahmen die Arbeitgeber ergreifen müssen. Ab 26 Grad soll etwas gemacht werden, bei mehr als 30 Grad muss dann etwas unternommen werden. Mögliche Maßnahmen sind:
- Ventilatoren aufstellen
- Jalousien anbringen
- den Dress-Code lockern
- Getränke bereitstellen
- längere Pausenzeiten
Übersteigt die Raumtemperatur jedoch die Marke von 35 Grad, gilt es als unzumutbar, in diesem Raum zu arbeiten. Dann muss für Ersatz gesorgt werden: zum Beispiel ein anderes Büro auf der Nordseite oder Arbeitsmöglichkeiten im Keller. Einfach nach Hause gehen bzw. aufhören zu arbeiten, ist bei keiner Temperatur ohne weiteres möglich.
Ein Problem an der Regelung: Auch wenn es heißt, ein Büro mit über 35 Grad Raumtemperatur sei nicht mehr zum Arbeiten geeignet, gibt es kein Recht auf Hitzefrei. Sollte es keinen kühleren Raum geben, liegt es bis zuletzt beim Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer freizugeben.
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Sport und Bewegung in der prallen Sonne
Die Hitze an sich ist schon eine große Belastung für den Körper - auch ohne Bewegung und Anstrengung. Wer alles ein bisschen langsamer angehen lässt, erträgt die Temperaturen leichter.
Ambitionierte, die dennoch nicht auf ihre Joggingrunde verzichten wollen, sollten die Anstrengung in die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden verlegen - und dabei auf die körpereigenen Signale hören, ob sich da nicht doch Überanstrengung oder Überhitzung bemerkbar machen.
Autos: Tödliche Gefahr an Hitzetagen
Im parkenden Auto steigt die Temperatur im Innenraum - selbst mit geöffneten Fenstern - schnell bis zu 70 Grad Celsius an. Kinder und Tiere sollten bei Hitze und Sonne daher auf keinen Fall im Fahrzeug gelassen werden.
Hilfen für Haustiere bei heißen Temperaturen
Haustieren sollte unbedingt ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen. Feuchte Handtücher, Kühlmatten oder eine Sprühflasche mit Wasser bringen auch Tieren Abkühlung. Spaziergänge mit Hunden sollten soweit möglich in die frühen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden.
Wenn es anhaltend heiß und sonnig ist, kann sich Asphalt gefährlich aufheizen und Hunden die Pfoten verbrennen. Das lässt sich einfach mit der flachen Hand testen. Ist es für die eigene Hand zu heiß, fünf Sekunden auf dem Asphalt zu liegen, ist es auch für Hundepfoten zu heiß.
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Sommerhitze und die Natur
Für die Natur ist Hitze vor allem in Verbindung mit anhaltender Trockenheit großer Stress. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt die jeweilige Waldbrandgefahr an. Besonders gefährdet sind reine Nadelwälder. Ätherische Öle in den Nadeln sowie das Harz im Holz können wie Brandbeschleuniger wirken.
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Aber nicht nur im Wald, auch im Grasland gibt es Brandgefahr. Die Landesforsten Rheinland-Pfalz weisen auf ihrer Karte Gebiete aus, in denen verdorrtes Wildgras auf offenem Gelände ohne Schatten liegen. Vor allem Imker müssen auf solchen Wiesen aufpassen, wenn sie mit Feuer hantieren. Aber auch eine Glasscherbe oder weggeworfene Zigarettenkippen können im trockenen Gras einen Flächenbrand entfachen.