Fili und Kili ziehen ihre Runden über dem Mainzer Lerchenberg. Die beiden Wüstenbussarde sollen den Krähen hier Angst einjagen. Und sie so verscheuchen.
Noch kreisen Krähen über den Bäumen an einem Spielplatz und machen sich lautstark bemerkbar. Aber keine einzige Krähe landet. Die Abschreckung funktioniere, sagt Falkner Fabian Emde.
Die Krähen sind alle ganz aufmerksam, weil sie meine Vögel als Bedrohung wahrnehmen und schimpfen dann, aber trauen sich nicht runter in die Bäume.
Anwohner sind begeistert von den Bussarden
Die Anwohner haben die Wüstenbussarde Fili und Kili schon ins Herz geschlossen. Der Lärm der Krähen sei für die Menschen zur großen Belastung geworden, erzählt Anwohnerin Susanne Culberson.
Man hat keinen Wecker mehr gebraucht, um halb fünf ging der Lärm durch die Krähen von selbst los.
Selbst die Flugzeuge seien durch die Vögel übertönt worden. Kinder könnten nicht auf dem Spielplatz spielen, weil alles zugekotet sei. "Irgendwann liegen die Nerven so blank, dass man nur doch dasteht und schreit", so Susanne Culberson.
Krähen fühlen sich auf dem Lerchenberg besonders wohl
Die Krähen fühlen sich in dem Wohnviertel besonders wohl. Zwischen den Häuserblocks sind normalerweise keine Fressfeinde unterwegs. In den zahlreichen Bäumen können sie gut ihre Nester bauen. 170 Nester waren es zuletzt.
Gleichzeitig sei das Nahrungsangebot für die Tiere super, erzählt der Lerchenberger Ortsvorsteher Alper Kömür (SPD). In der Brutzeit bedienten sich die Krähen an Kartoffel- und Zuckerrübenfeldern in der Nähe. Auch die Obstbäume in den Stadtteilen Drais und Finthen seien bei den Vögeln beliebt.
Die fühlen sich sehr wohl, weil sie entweder nach links oder nach rechts fliegen können und gute Nahrung bekommen.
Bussarde machen es den Krähen ungemütlich
Die Nester der Krähen wurden schon entfernt. Jetzt sollen ihnen die Bussarde Fili und Kili auch die restliche Wohlfühlatmosphäre nehmen.
Anwohnerin Susanne Culberson hatte vor eineinhalb Jahren eine Petition gestartet, um etwas gegen die Krähen zu unternehmen. Jetzt ist sie überglücklich, dass endlich etwas passiert.
Anwohner bezahlen Einsatz von Greifvögeln
Die Eigentümer der betroffenen Wohnanlagen bezahlen den Falkner-Einsatz. Er wurde eng mit der Stadt Mainz abgestimmt, da Krähen zu einer geschützten Vogelart gehören. Das Umweltdezernat hat einen Ornithologen beauftragt, zu beobachten, wo es die Krähen jetzt hinzieht.
Es könne passieren, dass aus einer großen Kolonie drei kleinere werden, sagt Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne). Das kann allerdings wieder zu Problemen anderswo führen. "Das müssen wir im Auge haben“, so Steinkrüger.
Susanne Culberson und ihre Nachbarn können derweil hoffen, dass sie endlich ein Frühjahr ohne Krähenlärm erleben dürfen - rund um einen sauberen Spielplatz, auf dem auch wieder Kinder spielen können.