Hohe Nachfrage

Trotz Krähenplage - Obstbauern in Rheinhessen mit Kirschernte zufrieden

Tiefrot, saftig und knackig - die rheinhessischen Obstbauern freuen sich über eine gute Qualität ihrer Süß- und Sauerkirschen. Auch die Nachfrage ist in diesem Jahr sehr hoch - und das liegt nicht nur an der guten Qualität ihrer Kirschen.

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Von Autor/in Christiane Spohn

Jetzt ist Hochsaison für Kirschen. In Rheinhessen sind die Bäume in den Kirschplantagen voll mit roten Früchten. Sie werden hauptsächlich in den Mainzer Stadtteilen Finthen und Drais sowie rund um Ingelheim angebaut. Seit 1. Mai wird dort geerntet. Und trotz der vielen Schwärme von Saatkrähen sei die Erntemenge sehr gut, so Andrea Schneider vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd.

Saatkrähen zerpflücken Kirschbäume

"Wenn die Saatkrähen über die Kirschbäume herfallen, bleibt nichts mehr übrig, was verkauft werden kann", so Andrea Schneider. Die Tiere würden die Kirschen regelrecht zerpflücken, teils um sie zu fressen aber auch einfach nur, um ihren Spieltrieb auszuleben. Aber die Obstbauern mit großen Plantagen könnten in diesem Jahr die Schäden ausgleichen, so die Sprecherin des Bauern- und Winzerverbands.

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Die Obstbauern würden sich wünschen, dass die Saatkrähen leichter abgeschossen werden dürfen. Denn alle anderen Maßnahmen, um sie abzuschrecken, würden nicht helfen. "Die Tiere sind intelligent und lassen sich von Lärm oder Schussanlagen nicht mehr beeindrucken", so Schneider.

Kirschen haben sehr gute Qualität

Trotz des Ärgers mit den Saatkrähen seien die Obstbauern in Mainz-Finthen, Mainz-Drais, Ingelheim und Heidesheim sehr zufrieden mit der Kirschernte, so die Sprecherin des Bauern- und Winzerbands Rheinland-Pfalz Süd. Die Süßkirschen seien gesund und die Menge sehr gut.

Auch die Qualität der Sauerkirschen, die im Alzeyer Raum angebaut werden, sei sehr hoch. Sie sind vor allem für die Industrie bestimmt, die die Sauerkirschen in Dosen und Gläser für die Supermärkte abfüllt. Denn das Wetter habe mitgespielt. Schädlinge hätten die Bauern mit Pflanzenschutzmitteln in den Griff bekommen.

Rheinhessische Kirschen sind sehr gefragt

Die Obstbauern freuen sich in diesem Jahr auch über eine große Nachfrage nach ihren Kirschen. Denn in Osteuropa und in der Türkei habe es große Frostschäden im Frühjahr gegeben, so dass die Ernte dort geringer ausfällt, sagt Andrea Schneider.

Die Supermärkte kaufen jetzt vermehrt rheinhessische Kirschen ein, was natürlich unsere Obstbauern sehr freut.

Bisher hätten die Supermärkte eher die billigeren Kirschen aus der Türkei und Osteuropa genommen. Wegen der geringeren Ernte dort, müssten jetzt die Supermärkte die rheinhessischen Kirschen einkaufen, so Schneider. Das sei natürlich sehr positiv für die rheinhessischen Obstbauern.

Denn bei den Preisen für die Kirschen aus der Türkei und Osteuropa könnten die Rheinhessen nicht mithalten. "Die Erntehelfer kommen meist aus Rumänien und bekommen 12,82 Euro Mindestlohn", sagt Schneider, "das wirkt sich auf den Preis aus." Die Kirschen aus dem Ausland seien deshalb meist viel billiger. Im Moment kostet laut Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd eine 500 Gramm Schale Kirschen ab 4 Euro aufwärts - egal ob aus dem Ausland oder aus Deutschland.

Hitze könnte Kirschen schaden

"Was die Hitze in dieser Woche mit den Kirschen macht, wissen wir noch nicht", sagt Andrea Schneider. Die Süßkirschen könnten matschig werden und die Sauerkirschen vertrocknen. "Die Kirschernte geht noch bis Mitte August, bis dahin kann noch viel passieren."

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