Verirrter Sperber

Greifvogel spaziert in Geschäft in Mainzer Altstadt

Ein ungewöhnlicher Gast kam am Dienstagnachmittag in ein Geschäft in der Mainzer Altstadt: Ein verirrter Sperber setzte sich ins Schaufenster des Ladens. Die Feuerwehr fing ihn ein.

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Von Autor/in Rabea Amri

Kakadus, Flamingos, Papageien - der kleine Laden am Kirschgarten in Mainz ist voll mit Vögeln. Bunte Stofftiere gehören nämlich zum Sortiment von "Oh la la!", einem Geschäft für Badezimmerzubehör, Klamotten und Dekoartikel. Der Vogel, der am Dienstagnachmittag in den Laden spazierte, gehörte da aber eigentlich nicht hin.

Greifvogel verirrt sich in Mainzer Geschäft

"Eine Kundin sprach mich plötzlich an", erzählt Managerin Pauline Schué. "Sie wies mich darauf hin, dass da gerade eine Art Falke in unser Geschäft reingelaufen sei".

Pauline Schué konnte es erst kaum glauben, da flog der Greifvogel aber los - auf der Suche nach dem Ausgang. Er prallte einmal gegen die Scheibe, dann ließ er sich im Schaufenster nieder - und setzte sich direkt neben einen Papageien aus Stoff.

Der Greifvogel saß im Schaufenster direkt neben einem Stoff-Papagei und hat sich auch kaum bewegt. Man hätte ihn selbst für ein Stofftier halten können.

Feuerwehr fängt Greifvogel in Ladenlokal in Mainz ein

Pauline Schué verständigte die Feuerwehr. "Der Feuerwehrmann am Telefon fragte mich zuerst, ob ich sicher bin, dass es keine Taube ist", erzählt sie lachend. Es sei ja auch tatsächlich nicht alltäglich, dass sich ein solches Tier in ein Geschäft verirre.

Zwei Frauen vor dem Schaufenster eines Geschäfts in der Mainzer Altstadt. Im Schaufenster ist ein gelber Stoff-Papagei zu erkennen.
Pauline und Laura Schué vor dem Familien-Geschäft am Mainzer Kirschgarten - der Sperber hatte sich im Schaufenster neben den gelben Papagei aus Stoff gesetzt. Rabea Amri

Alle Kundinnen und Kunden mussten den Laden verlassen, um den Vogel nicht aufzuscheuchen. Laura Schué, die ebenfalls in dem Familien-Betrieb arbeitet, hielt derweil die Menschen draußen von der Schaufensterscheibe fern. Viele Schaulustige hatten den Vorfall mitbekommen.

Applaus für die Feuerwehr nach tierischem Einsatz in Mainzer Fußgängerzone

"Die Leute haben aus der Ferne Fotos gemacht", erzählt Laura Schué. Als die Feuerwehr dann kam, sei alles ganz schnell gegangen. Mit langen Handschuhen habe der Feuerwehrmann den Vogel gegriffen und in eine Transportbox verfrachtet.

Das war eine Sache von 30 Sekunden. Und als der Feuerwehrmann dann mit dem Vogel in der Box rauskam, haben wir alle applaudiert.

Vermutlich missglücktes Jagdmanöver

Mittlerweile ist klar, dass es sich bei dem Vogel um einen jungen Sperber handelte. "Sperber jagen auch Singvögel in der Nähe von Häusern", erklärt Falkner Harald Schauß auf SWR-Anfrage. Er vermutet, dass dem jungen Vogel ein Jagdmanöver missglückt sei.

"Normalerweise spaziert ein Sperber nicht einfach irgendwo rein", so Schauß. Wahrscheinlich habe er einen Schlag abbekommen, sei benommen gewesen. Das würde auch erklären, warum er sich in dem Laden so ruhig verhalten habe.

Sperber wird im Tierpark in Mainz-Gonsenheim versorgt

Diese Einschätzung teilen auch die Mitarbeitenden in der Greifvogel-Auffangstation im städtischen Gonsenheimer Wildpark. Dorthin hat die Feuerwehr den Sperber gebracht. Nach Angaben des Sprechers der Stadt Mainz, Ralf Peterhanwahr, soll er dort jetzt noch ein bisschen bleiben - während der heißen Tage. Es könnte nämlich sein, dass die Hitze zu dem missglückten Jagdmanöver geführt habe.

Davon habe er sich aber schon wieder erholt, so der Stadtsprecher. Dem Sperber gehe es gut. "Die Mitarbeitenden berichten, dass er sogar schon eine Maus verspeist hat", sagt Peterhanwahr.

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Guten Morgen RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

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