Gräber und Gehwege umgebuddelt

Kampf gegen Ameisen-Plage - VG Monsheim testet Köder-Gel

In Rheinhessen gibt es seit einem Jahr eine richtige Plage durch invasive Ameisen. Sie haben schon viel zerstört. Jetzt macht ein für Ameisen giftiges Gel der VG Monsheim Hoffnung.

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Von Autor/in Karin Pezold, Ilona Hartmann

"Tapinoma Magnum" heißt die invasive Ameisen-Art. Die Tiere wurden aus Nordafrika nach Deutschland eingeschleppt und können an Häusern und Gehwegen massive Schäden verursachen. Auch in Esslingen in Baden-Württemberg treibt diese Art ihr Unwesen. Dort hat man die Ameisen jetzt mit einem für die Tiere giftigen Gel bekämpft - und das offenbar mit Erfolg.

Köder-Gel mit giftigem Wirkstoff soll Ameisen bekämpfen

In diesem sogenannten Köder-Gel ist ein Lockstoff. Der bringt die Ameisen dazu, den giftigen Wirkstoff ins Nest zu tragen. Dort wird er an die Königin und die Brut verfüttert und dadurch letztlich die gesamte Kolonie vernichtet. Der Vorteil gegenüber anderen Insektiziden ist nach Angaben der Stadt Esslingen, dass das Mittel nur bei Ameisen wirkt und erst über den Stoffwechsel aktiviert wird.

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Gel wird auf Privat-Grundstücken in VG Monsheim getestet

Dieses Gel soll jetzt auch in der VG Monsheim getestet werden. Nach Angaben des Bürgermeisters, Ralph Bothe, war der Schädlingsbekämpfer aus Esslingen bereits vor Ort und hat sich den Befall in der Verbandsgemeinde angeschaut. Jetzt soll das Gel erstmal auf ausgewählten Privatgrundstücken angewendet werden, in enger Abstimmung mit den betroffenen Grundstückseigentümern.

Dabei sollen die Wirksamkeit und mögliche Probleme analysiert werden, wie etwa die mögliche Gefährdung von Kindern oder anderen Tieren. Sollte dieser Test positiv ausfallen, könnte das Gel dann möglicherweise in größerem Stil eingesetzt werden.

Hohen-Sülzen und Flörsheim-Dalsheim leiden unter Ameisen-Plage

Schon seit dem vergangenen Sommer haben die Menschen in der VG Monsheim ihre Mühe und Not mit dieser invasiven Art, die beispielsweise Gehwege beschädigt. Die Tiere graben unter anderem den Sand aus den Fugen und bauen daraus Nester.

Alle haben gehofft, über den Winter verabschiedet sich das Problem.

Vor allem die Gemeinden Hohen-Sülzen und Flörsheim-Dalsheim (Kreis Alzey-Worms) sind von der Ameisen-Plage betroffen. Auf dem Friedhof in Hohen-Sülzen beispielsweise wird eine riesige Ameisen-Kolonie vermutet. Erzählungen von Bürgerinnen und Bürgern ließen das vermuten, berichtete VG-Bürgermeister Bothe in diesem Frühjahr. Er hatte gehofft, dass der Winter das Problem löst, aber im Frühling waren die Ameisen wieder da.

Ameisen wühlen am Friedhof Gräber auf

Es gebe so viele Ameisen auf dem Friedhof in Hohen-Sülzen, örtlich habe sich der Boden bereits abgesenkt. "Friedhofsbesucher haben mir außerdem erzählt, dass ihnen die Ameisen an Schuhen und Hosenbeinen hochkrabbeln", erzählt Both. Auch Gräber seien an einigen Ecken von den Tieren aufgewühlt worden. "Das ist natürlich sehr unangenehm - gerade in diesem sensiblen Umfeld Friedhof."

Ein Grabstein mit Tierspuren: Ameisen aus Nordafrika werden zur Plage in VG Monsheim
An diesem Grab haben sich vermutlich die Ameisen zu schaffen gemacht.

Körderdosen und heißer Wasserstrahl gegen Ameisen-Plage in VG Monsheim

Am besten geholfen haben bisher Köderdosen, sagt VG-Bürgemeister Bothe. Die allerdings ließen sich nur auf Privatgrundstücken einsetzen, wo die Eigentümer genau darauf achten können, dass nicht andere Tiere oder Kinder sie in die Finger bekämen.

Außerdem hatte die VG Monsheim ein neues Gerät ausprobiert, das bereits in der baden-württembergischen Gemeinde Kehl eingesetzt wurde. Es handelte sich um eine Maschine mit einem Stab, durch den unter hohem Druck heißes Wasser etwa einen Meter in den Boden transportiert wird. Doch auch das habe sich nicht wirklich bewährt, sagt Bothe rückblickend.

Jetzt ruht die Hoffnung der Verbandsgemeinde also auf dem Köder-Gel.

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Karin Pezold
Ilona Hartmann
SWR-Autorin Ilona Hartmann