Unterstützung für schwerstkranke Kinder

Fachkräftemangel: Kinderpalliativteam in Mainz droht das Aus

Das Kinderpalliativteam pflegt schwerkranke Kinder und Jugendliche zuhause. Diese wichtige ambulante Versorgung steht nun wegen Pflegekräftemangel auf der Kippe. 

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Von Autor/in Sarina Fischer

"Es wäre schrecklich für alle Beteiligten, wenn das so wichtige Angebot eingestellt werden müsste", sagt Carola Weber. Sie ist die ärztliche Leiterin des Kinderpalliativteams Mainz und hat es vor etwa vier Jahren mit gegründet - unter dem Namen "iMPaKT".

Seitdem versorgen Weber und ihr Team pro Jahr mehr als 40 schwerst- und sterbenskranke Kinder und Jugendliche ambulant in ihrem Zuhause. Träger des Palliativteams ist das Mainzer Hospiz.

Mainz

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Palliativ-Pflege schenkt sterbenskranken Kindern Lebensqualität

Ihre Arbeit sei auch deshalb so wichtig, weil sie den jungen Patientinnen und Patienten und ihren Familien ein Stück Lebensqualität zurückgebe. "Wir sorgen dafür, dass diese Familien ihre begrenzte gemeinsame Zeit nicht mit langen Arztbesuchen und Klinikaufenthalten verbringen müssen, sondern zusammen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können", erklärt die Ärztin.

Mainzer Palliativteam "iMPaKT" ist immer erreichbar

Das Team sei für die Betroffenen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Die Möglichkeit, auch in schwierigen Zeiten medizinisch zuhause versorgt werden zu können, helfe den Familien sehr. Nicht selten führe das außerdem zu einer langfristigen Stabilisierung und somit zu mehr Teilhabe der schwerkranken Kinder und Jugendlichen.

Kinder haben sehr unterschiedliche Krankheiten

Ihre Erkrankungen seien ganz unterschiedlich: "Wir betreuen Kinder mit genetischen Erkrankungen, Hirnfehlbildungen, komplex-neurologischen Erkrankungen sowie Stoffwechsel- oder Muskelerkrankungen, aber natürlich auch Kinder mit onkologischen oder kardialen Grunderkrankungen."

Palliativteam versorgt weite Teile der Region Rheinhessen-Nahe

Das Einzugsgebiet des Kinderpalliativteams "iMPaKT" ist groß: neben Mainz und Worms versorgt es auch Kinder und Jugendliche in den Kreisen Mainz-Bingen, Bad Kreuznach, Alzey-Worms, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und im Donnersbergkreis. "Wir verbringen im Jahr mehr als 700 Stunden auf den Straßen von Rheinland-Pfalz und legen dabei über 40.000 Kilometer zurück", erzählt Carola Weber.

Mainzer Kinderpalliativteam war das erste in Rheinland-Pfalz

Als das Kinderpalliativteam Mainz im Oktober 2021 ins Leben gerufen wurde, war es das erste Team für die spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz. Mittlerweile gebe es noch weitere Teams, berichtet Carola Weber. Nun sei die flächendeckende Versorgung aber akut gefährdet, weil vor allem Pflegekräfte fehlen. "Wir suchen dringend pflegerische Unterstützung", appelliert die Ärztin. "Sonst können wir im kommenden Jahr unsere Arbeit nicht fortführen."

Mindestens zwei Palliativ-Pflegekräfte fehlen

Derzeit bestehe das Team aus drei Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten, zwei Pflegefachkräften, einer Psychologin und einer medizinischen Fachangestellten. Das sei insgesamt zu wenig.

Mindestens zwei oder drei weitere Pflegekräfte seien wünschenswert. Auch zusätzliche fachärztliche Unterstützung werde gebraucht. Das Mainzer Hospiz, unter dessen Trägerschaft das Kinderpalliativteam arbeitet, hat derzeit Stellen ausgeschrieben und wirbt mit einer Kampagne unter anderem auf Social Media um Personal.

Hoffnung auf neues Pflege-Personal für Kinderpalliativteam

Es wäre sehr unschön und eine herbe Schlappe, wenn das Ganze scheitern würde. Natürlich vor allem für die betroffenen Kinder und Familien. Die sind sehr dankbar für das Angebot.

"Auch bei den Kindern, die wir verloren haben, sagen uns die Eltern oft: Ohne euch wäre mein Kind im Krankenhaus gestorben." Sie hoffe darauf, dass sich noch genügend Personal finden werde, um das Kinderpalliativteam Mainz zu erhalten.

Das Kinderpalliativteam Mainz sucht dringend Unterstützung. Gebraucht werden vor allem weitere Pflegekräfte.
Das Kinderpalliativteam Mainz sucht dringend Unterstützung. Laut der ärztlichen Leiterin Carola Weber (ganz rechts) werden vor allem weitere Pflegekräfte gebraucht. Mainzer Hospiz

Mainzer Hospiz sucht auch Zeitschenker und Zeitschenkerinnen

Unabhängig davon sucht das Mainzer Hospiz auch immer neue sogenannte Zeitschenkerinnen und Zeitschenker. Das sind Ehrenamtliche, die für kranke Kinder und ihre Familien da sind und sie im Alltag unterstützen. Dieses Projekt läuft parallel zur medizinischen Betreuung durch das Kinderpalliativteam. Von einem Aus des Teams wären die Freiwilligen also vorerst nicht direkt betroffen.

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Autor/in
Sarina Fischer
Sarina Fischer ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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