Stop-and-Go auf dem Weg zur Arbeit oder zum Kunden, zur Schule oder zur Ausbildungsstätte: Alle, die im Moment im Auto oder Bus rund um Mainz unterwegs sind, müssen viel Geduld mitbringen. Denn ob auf der Autobahn oder in der Stadt: Dauernd staut es sich.
Polizei: Vollsperrung auf der A671 ist schuld
Nach Angaben des Mainzer Polizeisprechers Rinaldo Roberto führen unter anderem die vielen Baustellen zu der angespannten Verkehrssituation. Ein Beispiel: Die Vollsperrung der Autobahnbrücke auf der A671 zwischen Gustavsburg und Hochheim Süd. Manche Pendlerinnen und Pendler könnten deshalb die Strecke über die A60 und die Weisenauer Rheinbrücke nicht nutzen. Sie müssten sich andere Wege suchen – zum Beispiel über die Theodor-Heuss- oder die Schiersteiner Brücke (A643).
Dort wiederum sorgt eine andere Sperrung ja schon seit Monaten für Ärger: Die gesperrte Abfahrt der A643 von der Schiersteiner Brücke nach Mainz-Mombach. Sie führt zu Umwegen für Spediteure und Pendler und damit mehr Verkehr auf den Ausweichstrecken in Mombach und Gonsenheim.
Keine Urlaubszeit: Viel Verkehr, weil alle arbeiten
Neben den vielen Baustellen auf den Straßen trägt nach Einschätzung von Polizeisprecher Rinaldo Roberto auch die Jahreszeit etwas zum erhöhten Verkehrsaufkommen rund um Mainz bei: Grade sei keine Urlaubszeit, die meisten Menschen arbeiteten, so Roberto. Ähnlich sei die Situation immer im November. Viele Menschen seien zudem trotz des wärmeren Wetters nach wie vor mit dem Auto unterwegs und noch nicht aufs Rad umgestiegen, sagt Roberto.
Auch Zugverkehr deutlich eingeschränkt
Dass so viele Menschen im Moment aufs Auto setzten, hat nach Angaben der IHK Rheinhessen noch einen weiteren Grund: Die Behinderungen im Bahnverkehr im Rhein-Main-Gebiet. Rund um den Mainzer Hauptbahnhof erneuert die Deutsche Bahn gerade Gleise und Weichen - es kommt immer wieder zu Sperrungen und Ausfällen auf den Strecken von Mainz Richtung Worms, Alzey, Frankfurt, Wiesbaden und Bad Kreuznach.
Für viele Beschäftigte und Unternehmen sei die Bahn damit keine verlässliche Alternative zum Auto, sagte die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen, Karina Szwede, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Das betrifft zum Beispiel auch Beschäftigte großer Unternehmen in der Region, wie den Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport. Nach Angaben einer Sprecherin nutzt rund ein Drittel der Beschäftigten normalerweise den ÖPNV, um zum Flughafen zu gelangen.
IHK Rheinhessen kritisiert Baustellen-Planung
Auch Logistik- und Speditionsunternehmen litten unter dieser Situation, so Szwede. Die IHK Rheinhessen fordert eine bessere Koordinierung der Baustellen, um Unternehmen und Arbeitnehmer im Berufsverkehr zu entlasten.
Das könnte schwierig werden, hat doch die Autobahn GmbH erst vor einer Woche mitgeteilt, dass die Vollsperrung auf der A671 sogar noch länger bestehen bleibt. Eigentlich sollte sie nur bis Ende April gehen - nun verlängert sich die Sperrung bis in den Juni.
Neue Baustelle in Wiesbadener Äppelallee
Dafür kommt Anfang Mai noch eine neue Baustelle in der Region hinzu: In der vielbefahrenen Äppelallee in Wiesbaden müssen Kanäle erneuert werden - die Straße ist abschnittweise bis August nur einspurig befahrbar. Die Stadt Wiesbaden rechnet mit Rückstaus - und empfiehlt Verkehrsteilnehmenden, über andere Strecken auszuweichen.