"Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass Gerhard Trabert sein Bundestagsmandat aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen wird", teilt die Partei Die Linke in einer Pressemitteilung am Dienstag mit.
Familie von Gerhard Trabert: Keine Rückkehr ins Arbeitsleben
Auch seine Familie meldet sich zu Wort: "Nachdem unser Vater Gerhard Trabert mehrere schwere Schlaganfälle erlitten hatte, war er mehrere Monate in einer Reha. Diese Zeit endet nun und Gerhard kehrt nach Hause zurück. Trotz einiger kleiner Fortschritte in der Reha, muss unser Vater weiterhin mit schweren Einschränkungen leben", heißt es in der Mitteilung. Eine Rückkehr in das Leben, wie es bisher gewesen sei, geprägt vom Einsatz für die Menschen, sei nicht mehr möglich.
Bundestagsmandat für Die Linke nicht angetreten
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar war Gerhard Trabert als Parteiloser für Die Linke in den Bundestag gewählt worden. Nach seiner plötzlichen Erkrankung hatte er sich aus dem Wahlkampf zurückgezogen - dennoch war er in den Bundestag gewählt worden. Zu seinem heutigen Rückzug schreibt die Familie weiter, der Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit bleibe wichtig.
Der Einsatz für die gemeinsamen Ziele, die unser Vater und Die Linke teilen, bleibt wichtig - genauso wie laute Stimmen für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Eine solche Stimme kann Gerhard nicht sein.
Lin Lindner aus Trier rückt in den Bundestag nach
Für Gerhard Trabert rückt nun Lin Lindner aus Trier für die rheinland-pfälzische Linke in den Bundestag nach: "Ich habe mich sehr gefreut, dass Gerhard Trabert für uns in den Bundestag einziehen sollte. Dass er das Mandat nicht wahrnehmen kann, ist ein großer Verlust für uns alle. Nun liegt es an mir, das Mandat für unsere Wählerinnen und Wähler mit Leben zu füllen", so Lin Lindner.
Trans-Person aus der Region Linke Lin Lindner aus Trier zieht in den Bundestag ein
Die Region Trier hat ein weiteres Mitglied im Bundestag: Lin Lindner zieht dort ein, weil Gerhard Trabert aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat nicht annimmt.
Der Mainzer Linken-Politiker Tupac Orellana sagte dem SWR, der Rückzug Traberts breche ihm das Herz: "Das trifft uns wirklich sehr und seine Stimme im Bundestag wäre wichtig gewesen," so Orellana. Nun wünsche er Lin Lindner viel Erfolg für die Arbeit in Berlin.
Mainzer Verein Armut und Gesundheit äußert sich
Auch seine Arbeit für den Verein Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. kann Trabert nicht mehr weiterführen. Der Verein teilt schriftlich mit: "Es ist ein schwerer Schlag für uns alle und wir sind alle sehr traurig, dass Prof. Trabert seine Arbeit für Armut und Gesundheit nicht mehr fortführen kann." Der Mediziner habe den Verein 27 Jahre lang maßgeblich geprägt - inhaltlich, politisch und bis zuletzt auch durch seinen aktiven Einsatz auf der Straße.
Er fehlt uns allen sehr. Für Prof. Trabert war der Einsatz für Menschen, die Unterstützung benötigen, eines der wichtigsten Dinge in seinem Leben.
In seinem Sinne werde der Verein weiter alles dafür tun, Traberts Werte und die Unterstützung für Menschen weiterzuführen.