Als der Vorsitzende Richter das Urteil verliest, schießen der einzigen Frau auf der Anklagebank die Tränen in die Augen. Vier Jahre muss die heute 23-Jährige ins Gefängnis. Sie war nach Überzeugung des Gerichts an dem groß angelegten Drogenhandel beteiligt, indem sie das Rauschgift in ihrer Wohnung aufbewahrte, es wog und zum Weiterverkauf portionierte.
Bande verkaufte im ganzen Rhein-Main-Gebiet Drogen
Die Verurteilten haben laut Gericht von Mainz aus im ganzen Rhein-Main-Gebiet Drogen verkauft. Darunter waren Amphetamin, Kokain, Ecstasy, Haschisch und Marihuana. Das Gericht verurteilte alle wegen Beihilfe zum Drogenhandel. Außer der Frau müssen auch zwei Mittäter ins Gefängnis. Sie erhielten Strafen von drei Jahren beziehungsweise sechs Jahren und drei Monaten. Zwei Angeklagte kamen mit Bewährungsstrafen davon.
Generalstaatsanwaltschaft hatte 82 Taten angeklagt
Die Oberstaatsanwältin hatte in der Anklage 82 Taten aufgelistet - sie brauchte eineinhalb Stunden, um sie im Landgericht vorzutragen. Mit dem Verkauf der Drogen sollen die Verurteilten mehr als 1,7 Millionen Euro eingenommen haben. Allerdings betrachtet das Landgericht sie "nur" als Mittäter.
25-jähriger Kopf der Bande aus Gefängnis geflohen
Ein 25-Jähriger soll der Kopf der Bande gewesen sein. Er saß im Herbst vergangenen Jahres in Schifferstadt in Untersuchungshaft, konnte aber kurz vor Weihnachten fliehen.
Mann und Komplizen sind untergetaucht Häftling nach Arztbesuch in Ludwigshafen von mehreren Männern befreit
Ein Häftling aus dem Gefängnis in Schifferstadt ist auf dem Rückweg von einem Arztbesuch von mehreren Männern aus den Händen seiner Bewacher befreit worden. Der Mann hatte sich selbst verletzt und war ins Krankenhaus gebracht worden.
Der Mann soll die beiden anderen Haupttäter bezahlt haben: einen 27-Jährigen dafür, dass er die Drogen beschafft und als Fahrer ausgeliefert hatte und die 23-jährige Frau, die die Drogen in ihrer Wohnung in Mainz zwischengelagert hatte.
Die Drogen wurden unter anderem auf Supermarktparkplätzen in der Region verkauft - zum Teil für mehrere zehntausend Euro pro Deal.
Bande kommunizierte über Darknet-Messengerdienst
Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz war der Bande auf die Schliche gekommen, weil diese im Darknet kommuniziert hatte. Die von ihr benutzte Krypto-App namens Sky ECC war von Interpol gehackt und im Jahr 2021 stillgelegt worden.