Moritz Stritter war einer der 32 Spitzenfachkräfte, die die Deutsche Berufe-Nationalmannschaft in diesem Jahr bei der "Euroskills" in Dänemark vertraten. Für das deutsche Team gab es am Ende 22 Medaillen, den Europatitel im Speed-Programming und Platz zwei im Nationenranking. Ein beeindruckendes Ergebnis
Für Moritz Stritter reichte es zwar nicht für eine Medaille, wie der SWR am Samstagabend erfuhr, aber seine Kollegen aus Rheinland-Pfalz sicherten sich Preise: Philipp Allkämper, Land- und Baumaschinenmechatroniker aus Zerf (Kreis Trier-Saarburg), bekam die Bronzemedaille und Niklas Ring, Bäcker aus Kaifenheim im Kreis Cochem-Zell, wurde mit einer Exzellenzmedaille ausgezeichnet.
Teilnahme Highlight für den jungen Koch
Er sei immer noch beeindruckt von den Erlebnissen der letzten Woche, erzählt Moritz Stritter nach dem Wettbewerb dem SWR. Die Gemeinschaft des deutschen Teams sowie zwischen allen anderen Nationen sei herausragend gewesen. Alles in allem ein einmaliges Erlebnis, findet der junge Koch.
Während das Handwerk in manchen Ländern schon länger groß unterstützt werde, mit zum Teil hohen Siegprämien, bekomme es in Deutschland leider zu wenig Aufmerksamkeit, bedauerte Stritter allerdings.
Aufregung, aber auch Stolz wegen EM-Teilnahme
Moritz Stritter hatte sich auf den Wettbewerb in Dänemark akribisch vorbereitet: "Man will auch was leisten. Der Bund fördert das Ganze, da stehen zwei Bundesministerien hinten dran."
Entsprechend war der junge Koch im Vorfeld ein bisschen aufgeregt: "Von den anderen Berufen sind die Besten Deutschlands dabei. Da jetzt dabei zu sein, ist ein gewisses Verantwortungsgefühl, aber auch Stolz."
Daumen drücken für Moritz zu Hause in Mainz
Im Gourmetrestaurant "Steins Traube" in Mainz feiern sie Moritz' Erfolge. Hier absolviert der 22-Jährige seine Ausbildung. Während der "Euroskills" war das Team immer auf dem neuesten Stand, wie der Wettbewerb für Moritz gerade läuft.
"Wir sind stolz, einen so zielstrebigen Azubi ausbilden zu dürfen", freute sich seine Chefin Alina Stein. "Er ist ein ganz toller Mensch, der in der Küche alles an Wissen von meinem Mann Philipp aufsaugt."
Erfolgreiches Jahr für Koch-Azubi
Schon im April dieses Jahres hat Moritz Stritter zusammen mit seiner Kollegin Franca Kaufmann für Aufsehen in der Restaurantszene gesorgt: Die beiden haben den internationalen Kochwettbewerb "Trophée International" im französischen Reims gewonnen - das ist zuvor keinem deutschen Team gelungen.
Stritter hofft auf Signalwirkung fürs Handwerk
Trotz seiner Auszeichnungen - dem jungen Koch aus Rheinhessen geht es nicht primär ums Gewinnen. Moritz Stritter hofft vielmehr, dass die Wettbewerbe, an denen er teilnimmt, mehr jungen Menschen Lust aufs Handwerk machen. Denn viele wüssten gar nicht, was man mit einer Handwerksausbildung alles erleben könne.
"Dass man eben international auf Wettbewerbe gehen kann, in Nationalmannschaften kommen kann - das hatte ich auch nicht auf dem Schirm." Für das Handwerk sei es wichtig, dass junge Leute sich bewerben, auch nach Abschluss des Gymnasiums oder der Realschule.