In einem Getränkemarkt in der Oberstadt war dem 45-Jährigen ein Mann aufgefallen, der mit dem Kassierer diskutierte. Der 86-Jährige wollte laut Polizei eine sogenannte "Paysafe-Karte" kaufen.
Rentner hatte Kontakt mit falschen Interpol-Ermittlern
Das kam dem 45-jährigen Mann verdächtig vor. Er habe sich gefragt, was ein Rentner mit einer solchen Karte mache, so die Polizei. Als er ihn ansprach, habe der Senior erklärt, er stehe in Kontakt mit Ermittlern von Interpol und alles sei in Ordnung.
Zeuge schaltet die Polizei wegen Betrugs ein
Obwohl ihn der Mann darauf aufmerksam gemacht habe, dass es sich vermutlich um Betrug handele, habe der Senior uneinsichtig reagiert. Daraufhin habe der 45-Jährige die Polizei eingeschaltet.
Mehr als 40.000 Euro Schaden Neue Betrugsmasche: Falscher Europol-Beamter zockt Mainzer Senior ab
Ein 86-jähriger Mainzer ist von einem falschen Europol-Beamten über ein Jahr lang betrogen worden. Der angebliche "Oberst" gab vor, Geld für ihn anzulegen. Aufgeflogen ist der Betrug durch einen aufmerksamen Zeugen.
Opfer verliert mehr als 40.000 Euro
Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Rentner schon über einen längeren Zeitraum mehr als 40.000 Euro an die international agierenden Betrüger verloren hatte. "Ohne das Einschreiten des Zeugen wäre der finanzielle Schaden vermutlich noch weitaus höher ausgefallen", so ein Polizeisprecher.
Polizei vergibt Preis für Zivilcourage
Der 45-jährige Mann sagte bei seiner Ehrung, er selbst habe vor Jahren bei einem dubiosen Online-Bahnticketkauf Erfahrungen mit den Risiken digitaler Zahlungsmittel gemacht. Dies habe seinen Blick für die "Gefahr im analogen Alltag" geschärft. Die Polizei lobte seinen Einsatz für den Rentner: "Er hat nicht weggesehen, sondern den Mut aufgebracht und die Entscheidung getroffen, einzugreifen und die Behörden zu verständigen", sagte Polizeipräsident Reiner Hamm.
Warnung der Polizei vor Paysafe-Karten
Die Polizei warnt zu besonderer Vorsicht bei Paysafe-Karten: Keine Behörde fordere von Bürgern Guthabenkarten. Weder die Polizei, noch Interpol, Staatsanwaltschaften oder Gerichte würden jemals Zahlungen in Form von solchen Karten akzeptieren. Gesundes Misstrauen sei angebracht, wenn Angehörige, Bekannte oder Kunden plötzlich ungewöhnliche Mengen an Guthabenkarten kauften. "Sprechen Sie sie an", sagt ein Polizeisprecher.