Hubert Höbel wirkt erstaunlich gefasst für jemanden, der gerade mindestens 70 Prozent der Trauben seiner Weinberge durch das Unwetter vom Montag verloren hat. Als es passiert ist, war er gerade nicht in seinem Weingut in Ober-Flörsheim. Als er zurückkam und raus ins Feld fuhr, war er erschüttert.
Totalschaden am Weinberg in Ober-Flörsheim
Einer seiner Weinberge - er hatte ihn gerade komplett für die im Herbst anstehende Lese fertig gemacht - stand im Prinzip nackt vor ihm. Die Dornfelder-Trauben und das Weinlaub - alles hatten Hagel, Regen und Wind von den Reben heruntergeweht beziehungsweise heruntergeschlagen.
An einem anderen Weinberg hatte es eine komplette, mit Aluminium-Pfosten gestützte Weinbergszeile, umgelegt. "Da kommen einem schon mal die Tränen", sagt der Winzer. Dennoch gehe es für ihn irgendwie weiter, immerhin sei er gegen solche Unwetter versichert.
Retten, was noch zu retten ist
Nun geht es für Höbel darum, zu retten, was noch zu retten ist. Die Trauben, die nicht völlig zerstört sind, will der Winzer mit einem Pflanzenschutzmittel behandeln, damit sie nicht verfaulen. Und er hofft vor allem auf eines: trockene Witterung. Sollte es weiterhin regnen, würde das den Fäulnisprozess beschleunigen.
Was will man machen. Die Natur hat zugeschlagen. Da kann man nichts ändern.
Enorme Schäden in der Landwirtschaft
Zwischen 7.000 und 8.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sind von den Schäden betroffen, der größte Teil davon sind Weinberge. Aber auch Getreide und Obst sei zerstört worden, sagt Christian Kaiser von der Vereinigten Hagelversicherung in Alzey. Er schätzt, dass insgesamt Erträge von mindestens 50 Prozent verloren gegangen sind.
Hagelversicherung: Unwetter in Rheinhessen auffällig groß
Auffällig dabei sei, dass das Gebiet, auf dem das Unwetter mit Wind, Hagel und Starkregen wütete, extrem groß sei. Vom Wonnegau bis nach Mainz reichten die Schäden. Es werde mehrere Wochen dauern, bis sie alle begutachtet seien. Auch die von Winzer Hubert Höbel.