Kein Aprilscherz am 1. April: Um Punkt 12 Uhr kletterten die Preise auf der Anzeigentafel der Tankstelle in Neuwied nach oben: Super um vier Cent, E10 ebenso.
Manch ein Fahrer hatte den Anstieg geahnt und kurz vor 12 Uhr noch einmal nachgetankt. Michael Steinebach hat sogar einen Kanister dabei: "Bei dem Preis da, da wird einem schlecht", sagt er.
Spritpreiserhöhung nur noch ein Mal am Tag: Wann tankt man Benzin oder Diesel am besten?
Tankstellen dürfen seit dem 1. April die Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen. Was bringt die Änderung und wann tankt man Benzin oder Diesel nun am besten?
RLP: Keine Entlastung an der Zapfsäule
Als Entlastung empfinden die Kunden hier die neue Regelung, wonach die Benzinpreise ab dem 1. April nur noch einmal täglich erhöht werden dürfen, nicht. "Die machen dann extra teuer und dann gehen die nur schrittweise sehr wenig runter", beschwert sich Autofahrerin Ramona Petzold-Lohner.
Viele sehen als Lösung nicht die Spritpreisbremse sondern nur Spritsparen: Nicht mehr so viel fahren, langsamer fahren. So wie Rodion Degenstein: "Ich tuckere den Lkw den ganzen Tag hinterher, um Sprit zu sparen."
Busunternehmer hält nichts von Spritpreisregelung
Was ist aber mit denen, die ihr Geld mit dem Fahren verdienen? Torsten Markert, Betreiber eines Busunternehmens aus Bingen mit rund 80 Fahrzeugen, ist auf Diesel angewiesen. "Es ist gravierend. Wir konzentrieren unsere Fahrten nur noch auf das Nötigste. Wir müssen tanken, wir haben keine Alternative", erklärt er.
Langfristige Verträge im Schulbusverkehr verhindern kurzfristige Preisanpassungen. Von der neuen Regel hält er wenig: "Das führt nur zu Schlangen an bestimmten Uhrzeiten, die Erhöhung kommt trotzdem."
Dieselpreis bundesweit auf neuem Allzeithoch
Nach Auswertung des ADAC stiegen die Preise am 1. April bundesweit kurz nach 12 Uhr im Schnitt um fast acht Cent. Super E10 kostete rund 2,18 Euro, Diesel etwa 2,40 Euro. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt (2,327 Euro pro Liter) übertraf der Dieselpeis damit laut ADAC den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent.
In Rheinland-Pfalz stiegen die Kraftstoffpreise etwas weniger als im Bundesvergleich. Dennoch meldeten einzelne Tankstellen Preissprünge von über 20 Cent, die später wieder gesenkt wurden.
Der Tankstelleninteressenverband TIV sieht die Regelung als möglichen Auslöser für Preiskämpfe nach unten, hält den Effekt aber für ungewiss. Auch der ADAC erwartet keine dauerhafte Senkung und vermutet, dass Mineralölkonzerne mögliche Preissteigerungen vorsorglich einkalkulieren.