Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen und zwar um 12 Uhr. Das hat die Bundesregierung als Reaktion auf die stark angestiegenen Benzin- und Dieselpreise entschieden. Es stellt sich die Frage: Was bringt das wirklich? Und wann lohnt es sich am meisten?
- Wird Sprit am 1. April günstiger?
- Wann ist der beste Zeitpunkt zum Tanken?
- Was bringt die Regelung überhaupt?
- Gibt es Vorbilder für die Regelung?
Wird Sprit am 1. April günstiger?
Bisher ist unklar, wie die deutschen Tankstellen mit der Situation umgehen und ob die Preise dadurch insgesamt absinken. Vermutlich werden die Preise ab dem 1. April aber nicht komplett anders sein als noch im März.
Der Weltmarktpreis für Rohöl ist immer noch derselbe und auch die Ölkonzerne und Tankstellen werden versuchen, ihre Gewinne gleich zu halten - auch wenn sie die Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen.
Laut SWR-Datenanalyse lag der Preis für einen Liter Super zuletzt im Mittel bei 2,13 Euro. Diesel kostete demnach 2,28 Euro pro Liter.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Tanken?
Um 12 Uhr, wenn der Preis angehoben werden darf, ist Diesel und Benzin am teuersten. Preissenkungen sind jederzeit und unbeschränkt möglich. Heißt: Im Tagesverlauf und bis zum nächsten Vormittag sinkt der Preis dann ab, bis er um 12 Uhr wieder angehoben werden darf.
Denkt man von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr mittags, ist der Preis dann immer am Folgetag am Vormittag kurz vor 12 Uhr am günstigsten. Auf den Tag gesehen kann es aber auch sein, dass der Preis etwa abends günstiger ist als am Vormittag.
Etwa dann, wenn der Preis um kurz vor 12 Uhr bei 2 Euro pro Liter liegt, dann auf 2,30 Euro ansteigt und im Tagesverlauf auf 1,90 Euro sinkt. Was klar ist: Kurz nach 12 Uhr zu tanken wird in Zukunft am teuersten sein. Das sollten Verbraucher also meiden.
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Was bringt die neue Spritpreis-Regelung überhaupt?
Auch wenn die Regelung nicht unbedingt zu günstigeren Preisen an der Tankstelle führt, bringt sie für Verbraucher vor allem eins: Transparenz. Das ist auch die Hoffnung der Bundesregierung.
Wer nach 12 Uhr schaut, was der Sprit kostet, dann oder nach Feierabend zur Tankstelle fährt, kann sich sicher sein, dass der Preis bis dahin nicht ansteigt, sondern gleich bleibt oder sinkt.
Im Durchschnitt wurden die Preise an deutschen Tankstellen laut der Bundesregierung zuletzt 22 Mal pro Tag erhöht. In der Spitze hat es laut dem Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, bis zu 50 Preisänderungen an Tankstellen am Tag gegeben.
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Gibt es Vorbilder für die Regelung?
Deutschland orientiert sich mit der Regelung am österreichischen Modell. Dort sind Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt. Mittlerweile hat die österreichische Regierung die Regelung verschärft: Bis Mitte April dürfen Tankstellen die Preise nur noch dreimal die Woche - montags, mittwochs und freitags - um 12 Uhr erhöhen.
Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring-Club (ÖAMTC) sieht darin aber kein Potenzial für eine "unmittelbare und nachhaltige Entlastung". Am günstigsten sei es dort mittlerweile, montags, mittwochs und freitags vormittags, kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn um 12 Uhr darf an diesen Tagen erhöht werden. Dann sei mit deutlichen Preisanstiegen zu rechnen, weshalb man nicht direkt danach tanken sollte.