Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr haben die Städte in Rheinland-Pfalz ihre Sicherheitskonzepte überprüft und nachgerüstet.
- Videoüberwachung in Mainz
- Durchfahrtsperren in Kaiserslautern
- Hochsicherheitspoller in Trier
- Mehr Personal beim Vollzugsdienst in Bingen
- Mobile Zufahrtssperren in Neuwied
Videoüberwachung in Mainz
So teilte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) mit, dass beim Mainzer Weihnachtsmarkt die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal erhöht und weitere Zufahrtssperren errichtet worden seien. Damit sei der Weihnachtsmarkt fast hermetisch geschützt, so Matz. 2024 brachte es die Polizei auf dem Weihnachtsmarkt auf rund 2.500 Einsatzstunden. Wie viele es 2025 - im 50. Jubiläumsjahr - werden, wurde nicht mitgeteilt. Laut Matz können "die Menschen wunderbar über den Weihnachtsmarkt flanieren und sich sicher fühlen." Dafür soll auch eine Videoüberwachung an etwa neun Stellen in der Stadt sorgen.
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Durchfahrtsperren in Kaiserslautern
In Kaiserslautern ist der Weihnachtsmarkt zum ersten Mal aus Sicherheitsgründen während der gesamten Veranstaltungszeit komplett für Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Sperren gelten von 11 bis 22 Uhr. In dieser Zeit könne kein Fahrzeug einfahren - auch nicht die von Anwohnerinnen und Anwohnern mit Garagen in dem Bereich, wie die Stadt erklärte. Anwohner seien vorab informiert worden und hätten Parkgenehmigungen für angrenzende Straßen erhalten. Die für das Konzept nötigen 20 mobilen Durchfahrtsperren kosteten laut Stadt 300.000 Euro.
Hochsicherheitspoller in Trier
In Trier wird der Weihnachtsmarkt schon seit Jahren vor "Überfahrten mit Kraftfahrzeugen" geschützt, wie die Stadt mitteilte. Ohnehin laufe in der Stadt die Umsetzung des urbanen Sicherheitskonzepts, etwa die Absicherung der Fußgängerzone mit Hochsicherheitspollern. Rund um den Hauptmarkt und den Domfreihof seien feste und versenkbare Poller fast fertiggestellt. Auf diesen beiden Plätzen findet auch der Weihnachtsmarkt statt. Drei kleinere Zufahrtswege sollen mit mobilen Sperren gesichert werden. Hier werden erst Anfang kommenden Jahres Poller errichtet. Für die Stadt vereinfachten sich die Sicherheitsvorkehrungen damit. Betonblocks oder Blockaden von Zufahrten mit Fahrzeugen wie früher seien fast nicht mehr nötig.
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Mehr Personal beim Vollzugsdienst in Bingen
Von der Stadt Bingen heißt es, der Weihnachtsmarkt werde grundsätzlich als Veranstaltung mit geringem Risiko eingestuft. Dennoch gebe es einen erhöhten Personalaufwand etwa beim kommunalen Vollzugsdienst. An einigen Knotenpunkten seien Zugfahrtsperren geplant. Wie bei allen Veranstaltungen erfolge ein regelmäßiger Austausch über mögliche Gefährdungslagen oder potenzielle Maßnahmen vor Ort.
Mobile Zufahrtsperren in Neuwied
Beim Knuspermarkt in Neuwied entspricht das Sicherheitskonzept in wesentlichen Zügen dem anderer Großveranstaltungen in der City, sagte ein Sprecher der Stadt. Fachleute hätten nach dem Anschlag in Magdeburg im vergangenen Jahr bereits das Sicherheitskonzept für das Currywurstfestival im Januar optimiert. Vor allem sei die gesamte Fläche komplett autofrei gemacht worden. Beim Currywurstfestival sei noch mit Schranken gearbeitet worden, die von Sicherheitskräften bewacht worden seien. Mittlerweile gebe es mobile Zufahrtsperren, die auch beim Knuspermarkt im Einsatz seien.
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Sicherheitslage große Herausforderung für die Polizei
Innenminister Michael Ebling (SPD) hatte im Zusammenhang mit den Weihnachtsmärkten jüngst von einer "abstrakt hohen Sicherheitslage" ohne konkrete Hinweise gesprochen.
Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die Sicherung der Weihnachtsmärkte mit viel Aufwand verbunden. "Besonders herausfordernd sind die Kombination aus großen Menschenmengen, enger Bebauung, Alkoholkonsum, vielen Zufahrtswegen und der Vielzahl beteiligter Akteure", so die GdP-Vorsitzende Aline Raber. Die Polizei sehe weiter ein erhöhtes Gefährdungsniveau - von terroristischen Bedrohungen bis hin zu spontaner Gewalt.
Einsatz von Drohnen eine Option?
Der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke sagte, es müssten veränderte Sicherheitskonzepte zum Tragen kommen, Polizeien und Veranstalter müssten mehr investieren. Dabei brachte er auch den Einsatz von Drohnen ins Gespräch.
Niemand möchte verbarrikadierte Weihnachtsmärkte mit Einlasskontrollen.
Wichtig sei, dass die Menschen die Weihnachtszeit unbeschwert genießen könnten - und dazu gehöre der gute Schutz öffentlicher Weihnachtsveranstaltungen, so Kopelke. "Damit uns das besser gelingt, muss mehr in die Fähigkeiten der Polizei investiert werden. Niemand möchte verbarrikadierte Weihnachtsmärkte mit Einlasskontrollen."