Am ersten Prozesstag hat der Verteidiger des Angeklagten ein umfassendes Geständnis seines Mandaten angekündigt. Der Anwalt teilte außerdem mit, dass sein Mandant sich wegen seiner Alkoholsucht behandeln lassen wolle. Das Gericht will nach eigenen Angaben prüfen, ob es sich bei der Tat um einen minderschweren Fall handelt.
Tankenstellen-Überfall wegen Frikadelle
Bei der Tat im September vergangenen Jahres ging es zunächst nur um ein Frikadellen-Brötchen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach hatte der 39 Jahre alte Mann aus dem Hunsrück das nicht bezahlen wollen. Der Preis des Brötchens: 3,50 Euro.
"Heute bekomme ich die Frikadelle umsonst," soll der Angeklagte in der Tatnacht zu dem Tankstellenmitarbeiter gesagt und dabei auf eine Waffe in seinem Hosenbund gezeigt haben.
Waffe war nicht geladen
Die Schreckschusswaffe in seinem Hosenbund sei nicht geladen gewesen, so die Anklage weiter. Doch das habe der Tankstellenmitarbeiter nicht wissen können. Deshalb habe er den Mann gehen lassen.
Nur wenige Minuten später soll der 39-Jährige in die Tankstelle zurückgekommen sein. Aus einem Regal habe er zwei kleine Flaschen Wodka und einen Energie-Drink genommen. Mit der Bemerkung, das noch vergessen zu haben, soll er die Tankstelle verlassen haben - wieder ohne zu bezahlen.
Nicht bezahlt, aber Wechselgeld gefordert
Kurz darauf sei der Angeklagte ein drittes Mal in der Tankstelle aufgetaucht. Und dieses Mal habe er Bargeld gefordert. "Ich glaube, ich habe ein bisschen Rückgeld verdient," habe der Mann zu dem eingeschüchterten Kassierer gesagt.
Laut Staatsanwaltschaft habe der Mitarbeiter aus Angst 545 Euro aus der Kasse genommen und dem Angeklagten gegeben.
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Polizist erkennt Angeklagten
Der Tankstellenmitarbeiter informierte die Polizei. Als die Beamten dann die Videoaufnahmen aus der Tankstelle durchsahen, soll einer der Polizisten den Angeklagten als Täter erkannt haben.
Der 39-Jährige aus der Verbandsgemeinde Kirchberg war bereits mehrfach aufgefallen und zu Geldstrafen verurteilt worden.
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Angeklagtem droht Haftstrafe
Der Mann wurde einen Tag nach der Tat im September festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere räuberische Erpressung und schweren Raub vor.
Für solche Taten sind Freiheitsstrafen nicht unter drei Jahren vorgesehen. Ein Urteil wird im Juni erwartet.