Von der Karibik in den Hunsrück

Wegen Streiks: Ferienflieger wichen auf Flughafen Hahn aus

Am Flughafen Hahn starteten und landeten am Montag mehrere Ferienflieger außerplanmäßig. Grund war der Streik in Frankfurt, wo die Flieger offenbar nicht abgefertigt werden konnten.

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Von Autor/in Maximilian Storr, Sebastian Grauer

Eine genervte Frau aus Augsburg steht vor dem Check-in-Schalter im Terminalgebäude des Flughafens Hahn. "Es ist eine Katastrophe", sagt sie. Die Augsburgerin wollte eigentlich von Frankfurt aus in die Karibik fliegen. Jetzt musste sie erst mal einen ungewollten Zwischenstopp im Hunsrück einlegen.

Die Frau ist Montagmorgen zusammen mit anderen Passagieren mit dem Bus von Frankfurt rund zwei Stunden in den Hunsrück gefahren worden. Ihre Airline wählte den Hahn als Ausweichflughafen. Von hier aus sollte es mit dem Flug in die Karibik klappen. In Frankfurt konnte der Flug wegen des Streiks nicht abgefertigt werden.

Rückreisen verzögern sich wegen Streiks

Frank Slaby aus Lippstadt war ebenfalls ungewollt am Flughafen Hahn unterwegs. Er war in der Karibik auf Kreuzfahrt. Wegen des Streiks in Frankfurt ist der Flieger aus Jamaika in den Hunsrück umgeleitet worden.

Am Flughafen Hahn sind viele Passagiere unterwegs.
Airlines weichen auf den Hunsrück aus: Am Flughafen Hahn herrscht wegen des Streiks in Frankfurt deutlich mehr Betrieb als sonst.

"Wir sind froh, dass wir überhaupt geflogen sind. Was wollen wir auch machen?", sagt der Mann. Mit dem Bus fährt er weiter nach Frankfurt, wo er sein Auto stehen hat und dann weiter nach Hause - ein langer Tag. Er sieht es dennoch entspannt. "Wir brauchen jetzt etwa drei Stunden länger, bis wir zu Hause sind. Gibt aber Schlimmeres." Einige Passagiere kritisierten, dass zu wenig Busse zum Weitertransport eingesetzt worden seien.

Fünf zusätzliche Flüge am Hahn

Insgesamt wurden laut einem Sprecher des Flughafens Stand Montagnachmittag fünf zusätzliche Flüge - Cargo- und Passagier/Businessflüge - am Hunsrück Airport abgefertigt, darunter Flüge in die Karibik, Mexiko und Schweden. Ziele, die vom Hahn aus planmäßig nicht angeflogen werden. Flughafen Geschäftsführer Rüdiger Franke sagte, dass den ganzen Tag über weitere Anfragen hereingekommen wären. Um das Mehr an Passagieren zu bewältigen, sei das Personal aufgestockt worden. Insgesamt seien am Montag etwa 30 Prozent mehr Passagiere auf dem Hahn gelandet als ursprünglich geplant. Franke geht von 1.500 bis 2.000 zusätzlichen Passagieren aus. 

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Der Flughafen Hahn profitierte davon, dass im Hunsrück nicht gestreikt wurde. Nach Angaben von ver.di und dem Flughafenbetreiber Triwo sollten auch alle regulär geplanten Flüge planmäßig stattfinden.

Flugausfälle auch in Luxemburg

Wegen der Streiks fielen unter anderem Flüge nach Frankfurt, München und Berlin aus. Insgesamt wurden in Deutschland 13 Flughäfen bestreikt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollte es deshalb erhebliche Einschränkungen bei Ankünften und Abflügen geben. Der Flughafenverband ADV geht deutschlandweit von rund 510.000 betroffenen Passagieren aus.

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