Eine genervte Frau aus Augsburg steht vor dem Check-in-Schalter im Terminalgebäude des Flughafens Hahn. "Es ist eine Katastrophe", sagt sie. Die Augsburgerin wollte eigentlich von Frankfurt aus in die Karibik fliegen. Jetzt musste sie erst mal einen ungewollten Zwischenstopp im Hunsrück einlegen.
Die Frau ist Montagmorgen zusammen mit anderen Passagieren mit dem Bus von Frankfurt rund zwei Stunden in den Hunsrück gefahren worden. Ihre Airline wählte den Hahn als Ausweichflughafen. Von hier aus sollte es mit dem Flug in die Karibik klappen. In Frankfurt konnte der Flug wegen des Streiks nicht abgefertigt werden.
Rückreisen verzögern sich wegen Streiks
Frank Slaby aus Lippstadt war ebenfalls ungewollt am Flughafen Hahn unterwegs. Er war in der Karibik auf Kreuzfahrt. Wegen des Streiks in Frankfurt ist der Flieger aus Jamaika in den Hunsrück umgeleitet worden.
"Wir sind froh, dass wir überhaupt geflogen sind. Was wollen wir auch machen?", sagt der Mann. Mit dem Bus fährt er weiter nach Frankfurt, wo er sein Auto stehen hat und dann weiter nach Hause - ein langer Tag. Er sieht es dennoch entspannt. "Wir brauchen jetzt etwa drei Stunden länger, bis wir zu Hause sind. Gibt aber Schlimmeres." Einige Passagiere kritisierten, dass zu wenig Busse zum Weitertransport eingesetzt worden seien.
Fünf zusätzliche Flüge am Hahn
Insgesamt wurden laut einem Sprecher des Flughafens Stand Montagnachmittag fünf zusätzliche Flüge - Cargo- und Passagier/Businessflüge - am Hunsrück Airport abgefertigt, darunter Flüge in die Karibik, Mexiko und Schweden. Ziele, die vom Hahn aus planmäßig nicht angeflogen werden. Flughafen Geschäftsführer Rüdiger Franke sagte, dass den ganzen Tag über weitere Anfragen hereingekommen wären. Um das Mehr an Passagieren zu bewältigen, sei das Personal aufgestockt worden. Insgesamt seien am Montag etwa 30 Prozent mehr Passagiere auf dem Hahn gelandet als ursprünglich geplant. Franke geht von 1.500 bis 2.000 zusätzlichen Passagieren aus.
Neues Angebot des SWR Studios Trier Nachrichten aus der Region Trier jetzt auf WhatsApp lesen
Das SWR Studio Trier ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten von Mosel und Saar, aus der Eifel, Hunsrück und Hochwald.
Der Flughafen Hahn profitierte davon, dass im Hunsrück nicht gestreikt wurde. Nach Angaben von ver.di und dem Flughafenbetreiber Triwo sollten auch alle regulär geplanten Flüge planmäßig stattfinden.
Flugausfälle auch in Luxemburg
Wegen der Streiks fielen unter anderem Flüge nach Frankfurt, München und Berlin aus. Insgesamt wurden in Deutschland 13 Flughäfen bestreikt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollte es deshalb erhebliche Einschränkungen bei Ankünften und Abflügen geben. Der Flughafenverband ADV geht deutschlandweit von rund 510.000 betroffenen Passagieren aus.
Nach Streik an bundesweit 13 Flughäfen Flug-Passagiere brauchten auch am Dienstag noch Geduld
Die Gewerkschaft ver.di hat mit Warnstreiks am Montag an bundesweit 13 Flughäfen den Flugverkehr weitgehend lahmgelegt. Die Auswirkungen waren auch am Dienstag noch zu spüren.
Wegen des bundesweiten Streiks im öffentlichen Dienst sind auch Flüge am Flughafen in Luxemburg gestrichen worden. Das teilte der Airport auf seiner Website mit.