So teilte der Flughafen Frankfurt am Dienstag auf seiner Homepage mit, dass es weiter zu Verzögerungen im Betriebsablauf, Wartezeiten und vereinzelten Flugausfällen kommen könne. Der Grund sei ein erhöhtes Flug- und Passagieraufkommen infolge des Streiks. Fluggäste wurden gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen und sich vor der Anreise über ihren Flugstatus auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu informieren.
An mehreren Airports hoben noch einige Maschinen ab, die planmäßig eigentlich am Montag hätten starten sollen. Vereinzelt kam es am frühen Dienstag noch zu Ausfällen, weil Maschinen nicht bereitstanden.
Die Gewerkschaft hatte am Montag Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an nahezu allen deutschen Flughäfen sowie Mitarbeitende von Bodenverkehrsdienstleistern zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
Mehr als tausend An- und Abflüge in Frankfurt annulliert
In Frankfurt wurden von geplanten 1.116 Flügen 1.070 gestrichen. Dies habe rund 150.000 Passagiere betroffen, teilte ein Sprecher des Betreibers Fraport mit.
Hotlines und Kontaktdaten Streiks an Flughäfen: Hier könnt ihr checken, ob euer Flug startet
Hier findet ihr die Kontaktdaten von Flugplätzen im Südwesten und der Fluggesellschaften und könnt kontrollieren, ob die Streiks auch dort Auswirkungen haben.
Auch Beschäftigte der Luftsicherheit im Streik
Den Warnstreiks im öffentlichen Dienst hatten sich auch Beschäftigte der Luftsicherheit angeschlossen. Diese arbeiten in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in Service-Bereichen. Für sie wird derzeit ein neuer Manteltarifvertrag mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandelt. Die nächste Verhandlungsrunde ist hier am 26. März angesetzt.
Mehr als eine halbe Million Passagiere bundesweit betroffen
Die Arbeit niedergelegt hatten Beschäftigte an den Airports in Frankfurt, München, Stuttgart, Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg und Leipzig-Halle. An den Flughäfen in Weeze am Niederrhein und in Karlsruhe/Baden-Baden war nur das Luftsicherheitspersonal zum Arbeitskampf aufgerufen.
Dem Flughafenverband ADV zufolge sind deutschlandweit mindestens 3.500 Flüge ausgefallen und 560.000 Passagiere nicht an ihr Ziel gekommen. Bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurde für Montag mit 3.900 Instrumentenflügen ein deutlicher Rückgang im Luftraum um rund 60 Prozent registriert, wie ein Sprecher in Langen berichtet. Die meisten verbliebenen Flugbewegungen waren Überflüge ohne Start oder Landung in Deutschland.
Kein Warnstreik am Flughafen Hahn
Am Flughafen Hahn im Hunsrück wurde nicht gestreikt. Der Flugbetrieb fand laut Flughafen wie gewohnt statt. Außerdem wichen viele Ferienflieger auf den Airport aus und landeten und starteten dort außerplanmäßig.
Von der Karibik in den Hunsrück Wegen Streiks: Ferienflieger wichen auf Flughafen Hahn aus
Am Flughafen Hahn starteten und landeten am Montag mehrere Ferienflieger außerplanmäßig. Grund war der Streik in Frankfurt, wo die Flieger offenbar nicht abgefertigt werden konnten.
Am Flughafen Stuttgart lief der Betrieb am Montag mit reduziertem Plan an. Über die Hälfte der Flüge - rund 100 von etwa 180 - wurden nach Angaben einer Flughafensprecherin gestrichen, verschoben oder an andere Flughäfen verlegt. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden fielen 16 von 17 Flügen aus.
Bundesweiter Aufruf der Gewerkschaft ver.di Warnstreik: Zahlreiche Flüge in Stuttgart und Karlsruhe ausgefallen
Wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di sind am Montag viele Flüge ausgefallen - in Stuttgart rund 100 von etwa 180, am Baden-Airpark fast alle.
Auch einige Flüge am Flughafen in Luxemburg waren gestrichen worden. Das hatte der Flughafen auf seiner Webseite mitgeteilt.
Verdruss gab es bereits am Sonntag in Hamburg. Dort streikte das Personal ohne Ankündigung schon einen Tag früher und legte den Flugverkehr am Anfang der Hamburger Frühjahrsferien lahm.
Darum geht es im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes
Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen fordert ver.di acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 350 Euro monatlich mehr von den Arbeitgebern. Außerdem sollen höhere Zuschläge für die Arbeit zu ungünstigen Zeiten eingeführt werden. Auszubildende und Praktikanten sollen 200 Euro mehr monatlich bekommen. Zudem soll es drei Tage mehr Urlaub im Jahr geben - plus einen zusätzlichen Tag für alle ver.di-Mitglieder. Eine weitere Forderung der Gewerkschaft ist ein "Meine-Zeit-Konto", das Beschäftigten mehr Zeitsouveränität und Flexibilität ermöglichen soll.
Die kommunalen Arbeitgeber lehnen die Forderungen der Gewerkschaft als zu teuer ab. Sie verweisen auf leere Kassen und hohe Verschuldung. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten werden am 14. März in Potsdam fortgesetzt.