60 Jahre Fracht-Transport an der Mosel

Wie der Hafen Trier als Logistik-Drehkreuz weiter wachsen will

Der Trierer Hafen hat den Gütertransport an der Mosel über 60 Jahre immer weiter entwickelt. Um Wirtschaftsmotor zu sein, braucht er aber gute Schleusen, Schienen und Straßen.

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Von Autor/in Dunja von Morzé

Eine Drehscheibe für Logistik: so sieht die Hafengesellschaft den Hafen Trier. Dort werden Güter nicht nur per Schiff über die Mosel, sondern auch auf der Schiene transportiert. Und natürlich per Lkw. Damit der Hafen weiter wachsen kann, fordert die Hafengesellschaft mehr Investitionen in Straßen, Gleise und modernere Schleusen.

Volker Klassen ist Geschäftsführer der Hafengesellschaft. Sie betreibt mit dem Hafen Trier den einzigen deutschen Binnenhafen an der Mosel.
Volker Klassen ist Geschäftsführer der Hafengesellschaft. Sie betreibt mit dem Hafen Trier den einzigen deutschen Binnenhafen an der Mosel.

Der Geschäftsführer der Hafengesellschaft, Volker Klassen, sähe es gern, wenn der Hafen Trier ein noch stärkerer Motor für die regionale Wirtschaft sein könnte. Daher investieren die Hafengesellschaft und einige Unternehmen am Hafen in neue Anlagen.

Am Hafen recyceln Betriebe Schrott und Altmetall, um daraus wieder Rohstoffe zu gewinnen.
Am Hafen recyceln Betriebe Schrott und Altmetall, um daraus wieder Rohstoffe zu gewinnen.

Investitionen in die Anlagen am Hafen

Zum Beispiel der Recycling-Betrieb Theo Steil. Dort soll möglichst schon ab nächstem Frühjahr eine moderne Anlage Dutzende Schrott-Autos pro Stunde in ihre Bestandteile und somit in Rohstoffe zerlegen. Vor allem um Stahl geht es, der danach europaweit vertrieben werde, erklärt ein Sprecher.

Am Hafen in Trier soll eine neue Anlage (hier ein Modell) noch mehr Schrott-Autos zerlegen und daraus Rohstoffe wie Metalle zurückgewinnen.
Am Hafen in Trier soll eine neue Anlage (hier ein Modell) noch mehr Schrott-Autos zerlegen und daraus Rohstoffe wie Metalle zurückgewinnen.

Mehr Züge gleichzeitig abfertigen

Das Containerterminal am Hafen, betrieben von der Am Zehnhoff Söns Group soll ausgebaut werden. Der Hafen soll sich somit ständig weiterentwickeln zu einer Drehscheibe für den Transport per Bahn, Schiff und Lkw. Wie ein Sprecher erklärt, kommen Güter mit dem Zug in den Hafen Trier.

Der Betreiber des Containerterminals in Trier plant, den Hafen Trier weiter zu einer Logistik-Drehscheibe für den Gütertransport in der Region Trier zu entwickeln.
Der Betreiber des Containerterminals in Trier plant, den Hafen Trier weiter zu einer Logistik-Drehscheibe für den Gütertransport in der Region Trier zu entwickeln.

Dort könnten sie beispielsweise zwischengelagert werden, auch in Containern. Oder sie werden für den Export vorbereitet. Sie können aber je nach Ware – auch einfach per Lkw regional ausgeliefert werden.

Am Hafen in Trier werden pro Jahr rund 1,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen - per Bahn und Schiff.
Am Hafen in Trier werden pro Jahr rund 1,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen - per Bahn und Schiff.

Mit der Erweiterung sollen die Verkehrsträger noch besser miteinander verknüpft werden. Und mehr Züge könnten parallel abgefertigt werden. Dafür müssen unter anderem Weichen erneuert werden. Die Infrastruktur ist teilweise rund 60 Jahre alt. Die Containerlinie per Bahn gibt es seit ein paar Jahren. Deren Züge fahren vom Hafen Trier dreimal wöchentlich zu den Häfen nach Antwerpen und Rotterdam.

Daten helfen bei der Logistik am Hafen

Der Hafen setzt auch immer mehr auf digitale Technik. Er arbeitet dabei mit dem Fraunhofer Institut für Materialproduktion und Logistik in Dortmund zusammen. Das Institut speichert und analysiert dabei Daten aus dem Hafen, um beispielsweise den Zugverkehr noch effektiver zu steuern. Auch einige Firmen im Hafen könnten diese Daten nutzen.

Am Hafen Trier soll ein Rail-Hub, also eine Drehscheibe für den Bahntransport entstehen.
Am Hafen Trier soll ein Rail-Hub, also eine Drehscheibe für den Bahntransport entstehen.

Marode Straßen, Schienen und Brücken schneller sanieren

Insgesamt – so Geschäftsführer Klassen, wolle die Hafengesellschaft daran arbeiten, möglichst viele Waren per Schiff und Bahn zu transportieren und Lkw nur für kurze Wege einzusetzen. Doch damit das klappt, müsste auch der Bund mehr Geld in die Wasserstraße Mosel stecken.

Ein Ausbau der Schleusen sei dringend nötig. Das hätten nicht zuletzt die Havarien in Müden und St. Aldegund gezeigt. Der Schleusenausbau gehe einfach zu schleppend voran. Aber auch für die Bahnstrecken und auf den Straßen sehe es nicht viel besser sein. Als Beispiel nennt er die Ehranger Brücke, die saniert wird - und irgendwann neu gebaut werden soll. All das ziehe sich hin.

Denn um die Lieferverkehre am Laufen zu halten, müsse insgesamt die Infrastruktur besser gepflegt werden – sprich: schnellere Sanierungen von Straßen, Schleusen und Gleisen.

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