Forstberuf im Wandel

Von wegen Männerdomäne: So viele Frauen wie nie im Forstamt Trier

Zwischen Bäumen, Moos und Motorsägen: Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Beruf im Wald. Auch im Forstamt Trier arbeiten heute so viele Frauen wie nie.

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Stand

Von Autor/in Lara Dudek

Früh am Morgen liegt noch die Feuchtigkeit der Nacht über den Bäumen irgendwo im Meulenwald bei Trier. Die Stille wird jäh durch ein lautes "Achtung!" zerrissen - kurz darauf heult eine Kettensäge auf.

Ein Baum beginnt zu wanken und fällt schließlich krachend zu Boden. Für Forstwirtin Helena Heser hat der Arbeitstag begonnen.

Seit Juli arbeitet Helena als Forstwirtin am Forstamt Trier. Die 21-Jährige ist täglich im Wald unterwegs - sie pflanzt Bäume, hilft bei der Holzernte und sorgt dafür, dass der Wald in Schuss bleibt.

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Zusammenarbeit im Team

Dabei arbeitet Helena eng mit den Försterinnen und Förstern des Forstamts zusammen. Sie kennen ihr Revier genau und wissen, was zu tun ist. "Ich setze dann die Aufgaben um, die anstehen", sagt die 21-Jährige.

Heute kümmert sie sich darum, dass die Hochsitze der Jäger frei stehen - nichts soll die Sicht versperren. Da kann auch mal ein Baum fallen.

Mehr Frauen im Wald: Umschwung ist spürbar

Dass viele Menschen bei Motorsägen oder großen Geländewagen eher an Männer denken, überrascht Helena Heser nicht. Diese Erfahrung hat sie schon während ihrer Ausbildung gemacht. "Von 30 Auszubildenden waren wir drei Frauen", erinnert sich die 21-Jährige.

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Dennoch merke sie, dass sich immer mehr Frauen für ihren Job, die Arbeit im Wald und andere grüne Berufe begeistern. Und das sagen auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes: Während vor zehn Jahren in Rheinland-Pfalz nur drei Frauen eine Ausbildung zur Forstwirtin machten, waren es im vergangenen Jahr bereits 15.

Immer mehr haben den Mut und das Verlangen danach, Männerberufe zu erobern.

Die junge Nachwuchs-Forstwirtin freut sich über das wachsende Interesse an ihrem Beruf. "Immer mehr Frauen haben den Mut und den Wunsch, sogenannte Männerberufe zu erobern", sagt Helena Heser. "Warum denn auch nicht?"

So sieht es auch Suntje Sonntag. Die 28-Jährige aus Erfurt hat Forstwirtschaft studiert - in einer Klasse mit genauso vielen Männern wie Frauen. Seit Anfang Oktober arbeitet sie im Forstamtsmanagement des Forstamts Trier. Als Försterin kennt sie die Ressourcen des Reviers und teilt die Aufgaben im Team ein.

Als Forstwirtin kümmert sich Helena Heser um den Wald am Forstamt Trier
Eine Frau im Wald? Auch Suntje sah sich oft mit Vorurteilen konfrontriert, hat dann aber auf ihr Bauchgefühl vertraut und sich für das Studium entschieden.

Klimawandel als Grund für mehr Interesse

Für sie hängt das wachsende Interesse damit zusammen, dass die Gesellschaft Themen wie den Klimawandel sensibler wahrnehmen. Viele möchten mit anpacken. "In meinem Job kann ich der Natur und der Gesellschaft etwas zurückgeben", so die Försterin.

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Auch die Wertschätzung für die Arbeit im Wald hat zugenommen, stellt Gundolf Bartmann fest, der Leiter des Forstamts Trier. Sie sei viel stärker als noch vor 21 Jahren, als er die Leitung übernahm. Heute werde mehr Wert auf Themen wie Umweltbildung, Naturschutz und ökologische Beratung gelegt.

Frauenquote so hoch wie noch nie

Im Forstamt Trier arbeiten heute so viele Frauen wie noch nie zuvor. Und auch in anderen Forstämtern der Region ist der Frauenanteil in Waldberufen deutlich gestiegen.

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums waren Anfang September rund 28 Prozent der Beschäftigten in forstnahen Berufen in den Forstämtern der Region Trier weiblich. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 19 Prozent.

Als Forstwirtin kümmert sich Helena Heser um den Wald am Forstamt Trier
Ein gutes Team: Die drei sind Teil der Genertaion, die den Wald in die Zukunft führt. Amtsleiter Gundolf Bartmann hat vollstes Vertrauen in den Nachwuchs.

Helena Heser und Suntje Sonntag gehören zu den Frauen, die ihren Traumjob im Wald gefunden haben. Sie fühlen sich im Team angekommen, können viel lernen - und stoßen auf Offenheit statt Vorurteile.

Beide hoffen, dass noch viele weitere Frauen ihrem Beispiel folgen. Denn Nachwuchs wird dringend gesucht.

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