Prozess um getötetes Baby

Vater bestreitet vor Trierer Gericht, Kind zu Tode geschüttelt zu haben

Ein Mann aus dem Kreis Trier-Saarburg steht wegen Totschlags vor dem Landgericht Trier. Er soll seinen kleinen Sohn so heftig geschüttelt haben, dass er an den Folgen starb.

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Stand

Zu Beginn des Prozesses gegen den 28-Jährigen, der seinen drei Monate alten Sohn geschüttelt haben soll, hat der Angeklagte den Vorwurf bestritten. "Ich habe unser Kind nicht geschüttelt", sagte er vor dem Landgericht Trier. Auch gehe es ihm sehr schlecht, sagte er vor Gericht. "Weil mir Sachen unterstellt werden, die nicht stimmen", so der Angeklagte.

Säugling starb vier Wochen nach Schüttelattacke

Die Tat soll sich im April 2022 in einer Wohnung im Hochwald ereignet haben: Der Vater des damals drei Monate alten Babys soll seinen Sohn derart heftig geschüttelt haben, "dass der Säugling trotz anschließender notärztlicher Versorgung und stationärer Behandlung Mitte Mai 2022 im Krankenhaus starb", teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen dem SWR mit.

Die Mutter des Kindes, die mit dem Mann zusammenlebte, war zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause. Der 28-jährige Mann habe selbst den Notarzt alarmiert, so die Anklage weiter.

Vater über Säugling: "Er hat nicht mehr reagiert"

In seiner Aussage sprach der Vater über seine Erinnerungen an den Tag im April. Seine damalige Freundin und heutige Frau sei morgens mit dem anderen Sohn des Paares in ein Krankenhaus gefahren, da dieser sich beim Wickeln den Kopf gestoßen habe.

Er sei mit dem anderen Sohn alleine zu Hause geblieben. Das Kind habe einen Schrei ausgestoßen, sagte er. Daraufhin habe er ihn hoch genommen und gemerkt, dass er wie ein Sack hänge. "Er hat nicht reagiert", sagte der 28-Jährige unter Tränen. "Ich hab' dann gemerkt, er hat keinen Puls mehr."

Mutter des Kindes sagt als Zeugin aus

Er habe dann seine Frau und anschließend den Notruf und seine Eltern angerufen und mit der Reanimation begonnen. Überall sei Schleim gewesen. Genau so beschrieb es auch die Mutter des Kindes, die als Zeugin aussagte.

Das später gestorbene Baby habe sich wenige Wochen vorher auch mit Corona infiziert gehabt, sagte sie. Seitdem habe es stark geröchelt. An dem Tag im April sei sie dann zu Hause angekommen. "Ich bin zusammengesackt und habe geschrien", sagte sie. "Das war für mich alles wie in einem Tunnel."

Staatsanwaltschaft: Medizinisches Gutachten bestätigt Schüttelattacke

Die Staatsanwaltschaft hingegen geht davon aus, dass der Vater das Kind "mehrere Sekunden kraftvoll hin und her" geschüttelt habe. Dadurch habe es einen Brückenvenenabriss gegeben. Der Angeklagte habe den Tod des Kindes zumindest billigend in Kauf genommen.

Grundlage sei ein medizinisches Gutachten, das zu dem Ergebnis gekommen sei, dass das Baby durch eine sogenannte Schüttelattacke ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage wegen Totschlags und beantragte einen Haftbefehl gegen den Mann.

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Oberlandesgericht hebt Haftbefehl gegen Vater auf

Der Angeklagte hatte schon vor Prozessbeginn bestritten, das Kind geschüttelt zu haben. Auch gegen den Haftbefehl legte der Vater Beschwerde ein - mit Erfolg: Das Oberlandesgericht Koblenz (OLG) hob den Haftbefehl im September 2023 auf, wie Oberstaatsanwalt Fritzen dem SWR mitteilte.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts bestehe lediglich der Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge. Vor diesem Hintergrund sah das OLG keinen Haftgrund wie etwa Fluchtgefahr.

Trotz der erfolgreichen Haftbeschwerde muss sich der 28-Jährige weiterhin wegen Totschlags verantworten. Für den Prozess am Landgericht Trier sind vier Verhandlungstage angesetzt.

Gutachter sollen aussagen

In denen sollen auch Gutachter aussagen. Diese werden wohl eine entscheidende Rolle in dem Prozess spielen. Der Verteidiger des Angeklagte sagte, die Rechtsmedizin habe ein Schütteltrauma festgestellt. Allerdings hätten sie selbst ein Gutachten, das dies widerlege.

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SWR

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