Morgens um sechs Uhr startet für den jungen Landwirt Fabian Reichert auf dem Eichhof in Reinsfeld der Arbeitstag. Der 28-Jährige wird erwartet. Und zwar von etwa 150 Kühen im Stall.
Die Liste an Aufgaben für den Tag ist lang: Die Tiere wollen gefüttert und gemolken werden, irgendwo auf dem Hof gibt es immer etwas zu reparieren und dann geht es auch ab auf die Felder.
Hofnachfolge emotionales Thema
Dass seine Tage auf dem Hof lang sind und in Zukunft auch nicht kürzer werden, war dem 28-Jährigen bewusst, als er sich dazu entschieden hat, in den Betrieb mit einzusteigen. Die Hofnachfolge - ein emotionales Thema, was wohl überlegt sein sollte, findet Fabian Reichert.
Schließlich haben drei Generationen vor ihm über Jahrzehnte den Hof mühevoll aufgebaut. Es geht um Tradition und Leidenschaft, aber auch um die Frage der Zukunftsfähigkeit.
Risiko bei Investitionen
Fabian Reichert sieht vor allem die fehlende Planungssicherheit als Problem, die es einem Landwirt schwer machen kann. Vorgaben, die heute zum Beispiel beim Bau eines neuen Stalls gelten, können innerhalb weniger Jahre aufgrund politischer Entscheidungen anders aussehen. Dadurch falle es ihm sehr schwer, Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren. Das sei früher anders gewesen.
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Klimawandel und Bürokratie sind weitere Hürden
Auch der Klimawandel und die heißen Sommer seien nicht zu unterschätzen, würden Planungen erschweren. So war vor drei Jahren aufgrund der Hitze im Sommer das Futter für die Kühe knapp.
Die Standards an Tier- und Pflanzenschutz bedeuten hohe Kosten und somit auch wachsenden Druck durch die Konkurrenz aus dem Ausland. Der bürokratische Aufwand sei eine weitere Herausforderung, so der 28-Jährige. Er sitze immer häufiger am Schreibtisch. Zeit, die er eigentlich für die Kühe braucht.
Verband kennt die Probleme
Mit diesen Problemen sei Fabian Reichert nicht allein, so der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau. Allgemein sei der Markt angespannt und viele Landwirte haben Angst, ihre Produktionskosten nicht mehr decken zu können und geben deswegen ihren Betrieb auf. Ein weiterer Grund dafür ist aber auch, dass die Betriebe schlichtweg keinen Nachfolger finden. Wie viele Betriebe das betrifft, werde allerdings in Zahlen nicht erfasst.
Moderne Technologie soll Nachfolge sichern
Fabian Reichert hat ans Aufgeben noch nicht gedacht. Im Gegenteil: Zusammen mit seinen Eltern versucht er, den Betrieb Stück für Stück zu erweitern. Er hat beispielsweise 150.000 Euro in einen Melkroboter investiert. Die Maschine läuft rund um die Uhr und ist eine große Entlastung für den Jung-Landwirt.
Dass er das Geld heute hat, um es in neue Technologien zu stecken, verdankt Fabian Reichert auch den drei Generationen vor ihm, die noch immer mit anpacken. So war der Opa mit knapp 90 Jahren noch bei der Ernte dabei.
Fabians Vorfahren haben gut geplant, den Hof durch regelmäßige Investitionen in Schuss gehalten und ihn früh in den Milchviehbetrieb eingebunden, sodass er auch Entscheidungen treffen musste. Eine Ausgangslage, die nicht jeder Nachfolger hat.
Reichert will Hof ebenfalls weitergeben
Fabian Reichert will trotz des Risikos auch in Zukunft investieren. So wie die Generationen vor ihm. Dass einige Betriebe ihren Hof aufgeben, gibt dem jungen Landwirt aber auch zu denken.
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Einen wirklichen Plan B hat es eigentlich nicht gegeben.
Er würde sich immer wieder für den Hof entscheiden. "So einen wirklichen Plan B hat es eigentlich nicht gegeben." Der Landwirt hofft, den Eichhof in Reinsfeld und seine Kühe irgendwann mal weitergeben zu können. Dann an die fünfte Generation.