SWR-Reporter macht den Selbst-Test

Fünf gefährliche Stellen: Wo Fahrradfahren in Trier riskant wird

In Trier stoßen Radfahrer immer wieder auf gefährliche oder unübersichtliche Stellen. SWR-Reporter Martin Schmitt hat sich besonders kritische Punkte angeschaut - im Selbst-Test.

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Von Autor/in Martin Schmitt

Die gute Nachricht vorweg: Für Radfahrer hat sich in den vergangenen Jahren einiges in Trier getan - zum Beispiel neue Radspuren in der Christophstraße und Südallee, ein sanierter Moselradweg und eine Fahrradstraße in Trier-Süd. Auch die neuen Bahnhöfe der Weststrecke sollen bald besser ans Radwegenetz angebunden werden.

Doch der Alltag für Radfahrer in Trier sieht immer noch so aus: Drängelnde Autos, enge Straßen ohne Radweg, unklare Verkehrsführung oder Kreuzungen, an denen Busse und Pkw den Radweg schneiden.

Selbst-Test zeigt: Hier wird Radfahren in Trier zum Risiko

SWR-Reporter Martin Schmitt hat den Selbst-Check gemacht und zeigt fünf Stellen, an denen Radfahren in Trier besonders riskant wird:

  1. Christophstraße: Wenn Busse drängeln und Autos den Radweg queren
  2. Höhe Porta Nigra: Autofahrer übersehen roten Radstreifen
  3. Saarstraße: Fahrrad-Haltelinie wird zur Drängelzone
  4. Richtung Römerbrücke: Beim Anfahren geraten Radfahrer unter Druck
  5. Saarstraße: Radweg endet "im Nichts"
In der Christophstraße teilen sich Radfahrer und Busse eine Spur - doch kurz vor dem Hauptbahnhof wird es kritisch. Hier kreuzt ein Auto den roten Radweg, um in die Balduinstraße abzubiegen.
In der Christophstraße teilen sich Radfahrer und Busse eine Spur - doch kurz vor dem Hauptbahnhof wird es kritisch. Hier kreuzt ein Auto den roten Radweg, um in die Balduinstraße abzubiegen.

Christophstraße: Wenn Busse drängeln und Autos den Radweg queren

In der Christophstraße teilen sich Radfahrer und Busse eine eigene Spur. Doch kurz vor dem Hauptbahnhof wird es oft brenzlig: Dort wird der rote Rad- und Busstreifen von der normalen Straße für Autos gekreuzt.

Während Radfahrer in Richtung Bahnhof fahren, dürfen Autos hier in die Balduinstraße abbiegen und den Radweg überqueren. Gleichzeitig fahren Busse häufig dicht hinter den Radfahrern. So entsteht eine unübersichtliche und gefährliche Situation.

Auch das ist in Trier keine Seltenheit: Autofahrende, die kurzerhand den Radweg blockieren - oft sogar befahren. Radfahrende müssen dann warten oder ausweichen - auf Kosten ihrer Sicherheit.
Immer wieder ein Ärgernis: Autofahrer, die den Radweg blockieren oder befahren. Bild in Detailansicht öffnen
Gefährliche Stelle für Radfahrende: Hier kreuzt die rote Bus- und Fahrradspur die Fahrbahn für den Autoverkehr. Besonders riskant wird es, wenn Busse von hinten drängeln und gleichzeitig Autos den Radstreifen regulär queren dürfen.
Eine gefährliche Stelle für Radfahrer in Trier ist die Christophstraße in Richtung Hauptbahnhof: Hier kreuzt die rote Bus- und Fahrradspur die Fahrbahn für den Autoverkehr. Bild in Detailansicht öffnen
In Trier stoßen Radfahrer immer wieder auf gefährliche Stellen. SWR-Reporter Martin Schmitt zeigt im Selbsttest riskante Stellen für Radfahrer.
Der Radstreifen am Beginn der Christophstraße: Autofahrer kommen der Umweltspur oft zu nah. Sie erkennen erst spät, dass dieser Bereich nur für Busse und Fahrräder vorgesehen ist. Bild in Detailansicht öffnen
Beim Anfahren an der Ampel in der Karl-Marx-Straße geraten Radfahrende, die stadtauswärts über die Römerbrücke fahren, regelmäßig in Gefahr: Ungeduldige Autofahrende drängeln, während die Radfahrenden noch langsam in Fahrt kommen - eine riskante Situation.
Beim Anfahren an der Ampel am Ende der Karl-Marx-Straße in Richtung Römerbrücke geraten Radfahrer oft in Gefahr: Autofahrer drängeln dicht hinter ihnen oder ziehen riskant vorbei. Bild in Detailansicht öffnen
Autos aus der Karl-Marx-Straße biegen immer wieder verbotenerweise nach rechts auf das Johanniterufer ab - oft aus Gewohnheit oder wegen veralteter Navi-Daten. Dabei übersehen sie leicht Radfahrer.
Immer wieder biegen Autos aus der Karl-Marx-Straße verbotenerweise nach rechts auf das Johanniterufer ab - dabei übersehen sie leicht den Radverkehr. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Römerbrücke wurde neben der Autospur ein Radweg eingerichtet - allerdings nur stadteinwärts. Was viele nicht wissen: Der Radweg darf ausschließlich in diese Richtung befahren werden. Dennoch nutzen ihn immer wieder Radfahrende auch entgegen der vorgeschriebenen Richtung - was zu gefährlichen Situationen führen kann.
Was viele nicht wissen: Der neue Radweg auf der Römerbrücke darf nur stadteinwärts befahren werden. Doch immer wieder kommt es vor, dass Radfahrer in die andere Richtung fahren. Bild in Detailansicht öffnen

Höhe Porta Nigra: Autofahrer übersehen roten Radstreifen

Wer von der Porta Nigra aus auf die Umweltspur in der Christophstraße wechselt, erlebt häufig diese Situation: Autofahrer kommen dem roten Streifen zu nah und erkennen erst spät, dass dieser ausschließlich für Busse und Radfahrer gedacht ist.

Zusätzlich fahren Busse auf derselben Spur direkt hinter den Radfahrern - das sorgt für zusätzlichen Stress auf dem Weg in Richtung Hauptbahnhof.

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Saarstraße: Fahrrad-Haltelinie wird zur Drängelzone

An vielen Ampeln in Trier - wie an der Saarstraße/Ecke Südallee - gibt es eine eigene Haltelinie für Radfahrer. Radfahrer warten vorne und bekommen oft auch früher Grün.

Doch in der Praxis sieht das anders aus: Viele Autofahrer fahren bis ganz nach vorne und blockieren den Bereich für Fahrräder. Manche setzen Radfahrer zusätzlich unter Druck, indem sie dicht auffahren. Das sorgt für Stress - genau dort, wo eigentlich Sicherheit geschaffen werden sollte.

An vielen Ampeln in Trier - wie etwa hier an der SaarstraßeEcke Südallee - gibt es eine separate Haltelinie für Fahrräder. Doch oft blockieren Autofahrer diesen Bereich, indem sie bis ganz nach vorne an die Ampel fahren.
Vor der Ampel in der Saarstraße/Ecke Südallee - gibt es eine separate Haltelinie für Fahrräder. Doch oft blockieren Autofahrer diesen Bereich, indem sie bis ganz nach vorne an die Ampel fahren.

Karl-Marx-Straße Richtung Römerbrücke: Radfahrer geraten unter Druck

An der Ampel am Ende der Karl-Marx-Straße wird es für Radfahrer gleich mehrfach gefährlich: Zum einen biegen Autofahrer immer wieder "aus Gewohnheit" verbotenerweise rechts auf das Johanniterufer ab und schneiden dabei Radfahrer, die geradeaus auf die Römerbrücke weiterfahren.

Zum anderen entsteht beim Anfahren oft diese Situation: Während Radfahrer bei Grün langsam starten, versuchen Autofahrer, sie noch schnell zu überholen oder fahren sehr dicht auf - denn auf der Römerbrücke teilen sich Autofahrer und Radler eine Fahrspur. Aus Unsicherheit weichen manche Radfahrer dann auf den Gehweg der Römerbrücke aus - und bringen dort Fußgänger in Gefahr.

Eine bekannte Situation am Ende der Karl-Marx-Straße: Kaum springt die Ampel auf Grün, beschleunigt ein Auto, um noch vor dem Radfahrer auf die Römerbrücke zu gelangen - denn dort teilen sich beide eine Spur und ein Überholen ist nicht mehr möglich.
Am Ende der Karl-Marx-Straße: Kaum springt die Ampel auf Grün, beschleunigt ein Auto, um noch vor dem Radfahrer auf die Römerbrücke zu gelangen - denn dort teilen sich beide eine Spur und ein Überholen ist nicht mehr möglich.

Saarstraße: Radweg endet "im Nichts"

Das gibt es immer wieder in Trier: Ein Radweg, der plötzlich endet. Der Radweg von der Konrad-Adenauer-Brücke endet beispielsweise mitten in der Abbiegespur zur Saarstraße.

Für Radfahrer bedeutet das: Absteigen und das Rad über den Gehweg schieben. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich - vor allem im dichten Feierabend-Verkehr. Zusätzlich erhöht es die Gefahr, mit Fußgängern zusammenzustoßen.

Kein Einzelfall in Trier: Radwege, die "im Nichts" enden. Fahrradfahrern bleibt hier nichts anderes übrig, als abzusteigen und das Rad zu schieben.
Kein Einzelfall in Trier: Radwege, die "im Nichts" enden - wie hier am Beginn der Saarstraße. Fahrradfahrern bleibt nichts anderes übrig, als abzusteigen und das Rad zu schieben.

Stadt Trier: Der Platz ist begrenzt

Ideale Bedingungen für den Radverkehr zu schaffen, ist nicht immer einfach - besonders in einer Stadt wie Trier, heißt es aus dem Rathaus. "Wir sind eine historische Stadt", sagt Iris Wiemann-Enkler, Verkehrsexpertin bei der Stadt Trier. "Unsere Straßen sind eng, viele Häuser stehen dicht an der Straße." Verkehrsplaner müssten die unterschiedlichen Bedürfnisse von Radfahrern, Fußgängern, Bussen und Autos unter einen Hut bringen.

Manchmal müssen sich alle Verkehrsteilnehmer den Raum teilen - gerade in einer historischen Stadt wie Trier.

Für die Sicherheit von Fahhradfahern habe die Stadt bereits einiges auf den Weg gebracht - etwa durch Radfahrstreifen, eigene Wegeführungen oder Piktogramme auf der Fahrbahn. "Aber manchmal müssen sich alle Verkehrsteilnehmer den Raum teilen - gerade in einer historischen Stadt wie Trier." Umso wichtiger sei es, dass alle im Straßenverkehr Rücksicht aufeinander nehmen.

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