Die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) hat am Montag die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie in Koblenz an die Beteiligten übergeben. Darin geht es um die beiden möglichen Pendler-Radrouten von Koblenz nach Boppard und von Koblenz nach Bad Ems.
Die Studie sowie die Planung und die Umsetzung sind gemeinsame Projekte des Landes und der anliegenden Kommunen: Das sind die Stadt Koblenz, Boppard und Lahnstein sowie der Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Rhein-Mosel.
Möglichst schnell mit dem Rad zur Arbeit oder Uni
Das sei ein erster und wichtiger Schritt für die weitere Planung, so Ministerin Schmitt. Mit den Pendler-Radrouten "wollen wir attraktive Radschnellverbindungen schaffen und den Alltagsradverkehr fördern." Die fertige Machbarkeitsstudie stellt zwei Varianten vor, die bevorzugt geplant werden sollen.
Eine davon verläuft linksrheinisch zwischen Koblenz und Boppard und die andere entlang der Lahn zwischen Koblenz und Bad Ems auf der anderen Rheinseite. Beide Strecken zusammen sind 40 Kilometer lang. Die Pendler-Radroute soll die Kommunen miteinander verbinden - am Rhein auf dem Rheinradweg, an der Lahn auf dem Lahnradweg.
Radschnellverbindungen müssen breit genug sein
Eine Voraussetzung für eine Pendler-Radroute ist die Breite des Weges. Er soll mindestens drei Meter breit sein, damit Fahrradfahrer schneller vorankommen - und dass auch möglichst klar getrennt vom Autoverkehr und von Fußgängern. Die Fahrrad-Pendler sollen außerdem möglichst Vorfahrt an Kreuzungen haben und ohne Umwege ans Ziel kommen.
Pilotprojekt in RLP Pendler-Radroute zwischen Bingen und Heidesheim ist freigegeben
18 Kilometer der Pendler-Radroute (PRR) zwischen Bingen und Mainz in sind fertig. Am Freitagnachmittag wurde dieser Teil der Strecke offiziell eröffnet.
Der stellvertretende Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Gerd Engel, sagte dem SWR, solche Pendler-Radrouten seien eine gute Sache, man komme damit schneller und sicherer mit dem Fahrrad zur Arbeit. Der Radverkehr und der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad werde gefördert.
Im Lahntal wird es teilweise schwierig für einen breiten Weg
Laut Machbarkeitsstudie eignet sich der Abschnitt zwischen Koblenz und Boppard gut als Pendler-Radroute. Aber im Lahntal gibt es einige Stellen, an denen es schwierig wird, die "Pendler-Radrouten-Standards" zu erfüllen, weil es teilweise sehr eng dort ist: zum Beispiel im Bereich der Lahnschleuse in Nievern. Dort könne der Radweg nicht auf drei Meter Breite ausgebaut werden, sagte Lars Jolig vom Landesbetrieb Mobilität (LBM). "Da ist es schwer den Weg noch zu verbreitern. Dort müssen wir schauen wie wir das baulich hinbekommen."
ADFC sieht Streckenführung in Koblenz kritisch
Teilweise soll der Pendler-Radweg auch mitten durch Lahnstein und Koblenz führen. In Lahnstein soll laut LBM eine Strecke für den Radverkehr ausgebaut werden, die bislang nicht für Fahrräder erschlossen war. In Koblenz soll die Pendler-Radroute über einen Abschnitt der Hohenzollernstraße führen, durch die Vorstadt.
Radexperte Gerd Engel vom ADFC sieht das aber kritisch: "Ich halte das für zu gefährlich. Es gibt direkt parallel die Südallee, die ist eine Fahrradstraße. In der Hohenzollernstraße ist es für Radfahrer lebensgefährlich, weil da Busse und Autos fahren und es auch Schwerlastverkehr gibt".
Kommunalpolitik muss entscheiden
Die Kommunalpolitiker werden jetzt über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie beraten - außerdem werden die Routen mit dem Fahrrad abgefahren. Nur wenn die Kommunen den einzelnen Abschnitten zustimmen, die in ihrem Bereich liegen, und sie als Träger des Vorhabens auch umsetzen, können die Planungen weiter im Detail ausgearbeitet werden. Wann die Pendler-Radroute fertig sein wird, das steht noch nicht fest.