Die gute Nachricht vorweg: Für Radfahrer hat sich in den vergangenen Jahren einiges in Trier getan - zum Beispiel neue Radspuren in der Christophstraße und Südallee, ein sanierter Moselradweg und eine Fahrradstraße in Trier-Süd. Auch die neuen Bahnhöfe der Weststrecke sollen bald besser ans Radwegenetz angebunden werden.
Doch der Alltag für Radfahrer in Trier sieht immer noch so aus: Drängelnde Autos, enge Straßen ohne Radweg, unklare Verkehrsführung oder Kreuzungen, an denen Busse und Pkw den Radweg schneiden.
Selbst-Test zeigt: Hier wird Radfahren in Trier zum Risiko
SWR-Reporter Martin Schmitt hat den Selbst-Check gemacht und zeigt fünf Stellen, an denen Radfahren in Trier besonders riskant wird:
- Christophstraße: Wenn Busse drängeln und Autos den Radweg queren
- Höhe Porta Nigra: Autofahrer übersehen roten Radstreifen
- Saarstraße: Fahrrad-Haltelinie wird zur Drängelzone
- Richtung Römerbrücke: Beim Anfahren geraten Radfahrer unter Druck
- Saarstraße: Radweg endet "im Nichts"
Christophstraße: Wenn Busse drängeln und Autos den Radweg queren
In der Christophstraße teilen sich Radfahrer und Busse eine eigene Spur. Doch kurz vor dem Hauptbahnhof wird es oft brenzlig: Dort wird der rote Rad- und Busstreifen von der normalen Straße für Autos gekreuzt.
Während Radfahrer in Richtung Bahnhof fahren, dürfen Autos hier in die Balduinstraße abbiegen und den Radweg überqueren. Gleichzeitig fahren Busse häufig dicht hinter den Radfahrern. So entsteht eine unübersichtliche und gefährliche Situation.
Höhe Porta Nigra: Autofahrer übersehen roten Radstreifen
Wer von der Porta Nigra aus auf die Umweltspur in der Christophstraße wechselt, erlebt häufig diese Situation: Autofahrer kommen dem roten Streifen zu nah und erkennen erst spät, dass dieser ausschließlich für Busse und Radfahrer gedacht ist.
Zusätzlich fahren Busse auf derselben Spur direkt hinter den Radfahrern - das sorgt für zusätzlichen Stress auf dem Weg in Richtung Hauptbahnhof.
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Saarstraße: Fahrrad-Haltelinie wird zur Drängelzone
An vielen Ampeln in Trier - wie an der Saarstraße/Ecke Südallee - gibt es eine eigene Haltelinie für Radfahrer. Radfahrer warten vorne und bekommen oft auch früher Grün.
Doch in der Praxis sieht das anders aus: Viele Autofahrer fahren bis ganz nach vorne und blockieren den Bereich für Fahrräder. Manche setzen Radfahrer zusätzlich unter Druck, indem sie dicht auffahren. Das sorgt für Stress - genau dort, wo eigentlich Sicherheit geschaffen werden sollte.
Karl-Marx-Straße Richtung Römerbrücke: Radfahrer geraten unter Druck
An der Ampel am Ende der Karl-Marx-Straße wird es für Radfahrer gleich mehrfach gefährlich: Zum einen biegen Autofahrer immer wieder "aus Gewohnheit" verbotenerweise rechts auf das Johanniterufer ab und schneiden dabei Radfahrer, die geradeaus auf die Römerbrücke weiterfahren.
Zum anderen entsteht beim Anfahren oft diese Situation: Während Radfahrer bei Grün langsam starten, versuchen Autofahrer, sie noch schnell zu überholen oder fahren sehr dicht auf - denn auf der Römerbrücke teilen sich Autofahrer und Radler eine Fahrspur. Aus Unsicherheit weichen manche Radfahrer dann auf den Gehweg der Römerbrücke aus - und bringen dort Fußgänger in Gefahr.
Saarstraße: Radweg endet "im Nichts"
Das gibt es immer wieder in Trier: Ein Radweg, der plötzlich endet. Der Radweg von der Konrad-Adenauer-Brücke endet beispielsweise mitten in der Abbiegespur zur Saarstraße.
Für Radfahrer bedeutet das: Absteigen und das Rad über den Gehweg schieben. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich - vor allem im dichten Feierabend-Verkehr. Zusätzlich erhöht es die Gefahr, mit Fußgängern zusammenzustoßen.
Stadt Trier: Der Platz ist begrenzt
Ideale Bedingungen für den Radverkehr zu schaffen, ist nicht immer einfach - besonders in einer Stadt wie Trier, heißt es aus dem Rathaus. "Wir sind eine historische Stadt", sagt Iris Wiemann-Enkler, Verkehrsexpertin bei der Stadt Trier. "Unsere Straßen sind eng, viele Häuser stehen dicht an der Straße." Verkehrsplaner müssten die unterschiedlichen Bedürfnisse von Radfahrern, Fußgängern, Bussen und Autos unter einen Hut bringen.
Manchmal müssen sich alle Verkehrsteilnehmer den Raum teilen - gerade in einer historischen Stadt wie Trier.
Für die Sicherheit von Fahhradfahern habe die Stadt bereits einiges auf den Weg gebracht - etwa durch Radfahrstreifen, eigene Wegeführungen oder Piktogramme auf der Fahrbahn. "Aber manchmal müssen sich alle Verkehrsteilnehmer den Raum teilen - gerade in einer historischen Stadt wie Trier." Umso wichtiger sei es, dass alle im Straßenverkehr Rücksicht aufeinander nehmen.