"Wie das als Trierer so ist. Früher kannte ich die Kaiserthermen vor allem von der roten Ampel, an der ich warten musste", gibt Stadtführer Stephan Kraemer mit einem Grinsen zu. Mittlerweile gehören Triers Baudenkmäler zu seinem Leben.
Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut in den römischen Gemäuern.
Kraemer führt regelmäßig Gruppen durch den Trierer Dom, die Kaiserthermen oder andere Sehenswürdigkeiten. Wer mit ihm unterwegs ist, spürt seine Leidenschaft für Triers alte Geschichte. "Manchmal bekomme ich eine Gänsehaut in den römischen Gemäuern. Die Baukunst der Römer finde ich atemberaubend."
Stephan Kraemer liebt Vergleiche des antiken Lebens mit unserer heutigen Zeit. Und die kleinen Geschichten am Rande, die selbst Trierer nicht immer parat haben.
Die römische Toilettenkultur
Für die Gäste seien es die kleinen Aha-Effekte, die nach einer Tour im Gedächtnis bleiben. Wenn es zum Beispiel um die römische Toilettenkultur geht. Die Toilette als "stilles Örtchen" - bei den Römern undenkbar, sagt Krämer.
"In unserer heutigen Kultur fühlt man sich ja eher gestört, wenn einem jemand auf der Toilette zu nahe kommt. Nicht vorstellbar für den Römer. Der hätte einen eher zum gemeinsamen Toilettengang eingeladen", erzählt der Stadtführer. Da in römischen Toiletten alle ohne Trennwände dicht nebeneinandersaßen, wurde geredet, über Politik diskutiert und eben auch Geschäfte gemacht, erzählt der Stadtführer. So sei dann die Redewendung "ein Geschäft machen" über den Gang zur Toilette entstanden.
Bedeutung der Welterbestätten für Trier
1986 vergab die UNESCO an Trier den Titel "Welterbestätte Dom und Liebfrauenkirche". Dazu gehören auch Basilika, Porta Nigra, Amphitheater, Römerbrücke, Kaiser- und Barbarathermen sowie die Igeler Säule. Neun Weltkulturerbe-Bauten auf engstem Raum.
Dieses Siegel ist heute ein Qualitätsmerkmal für Touristen
Für die Stadt Trier seien die neun Welterbestätten ein wichtiger Faktor, sagt Kulturdezernent Markus Nöhl. Und das Siegel UNESCO-Welterbe sei ein Qualitätsmerkmal für Touristen: "Die UNESCO sagt, diese Bauwerke sind nicht nur bedeutend, sondern die kümmern sich in Trier auch gut darum und die erklären euch die Geschichte. Und das überprüft die Unesco auch."
Kulturlandschaft an Mosel und Mittelrhein Trockenmauerbau soll Immaterielles Kulturerbe werden
Trockenmauern prägen die Landschaft an Mosel und Rhein – und sind wichtig für Artenvielfalt und Weinbau. Nun soll ihr Bau Immaterielles Kulturerbe werden.
Seit 40 Jahren tragen die neun bedeutenden Bauwerke in und um Trier den Titel UNESCO-Welterbe. Das Jubiläum wird dieses Jahr mit besonderen Veranstaltungen rund um die Trierer Welterbestätten und neuen Führungen gefeiert. Das genaue Programm soll Mitte Januar vorgestellt werden.
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Das SWR Studio Trier ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten von Mosel und Saar, aus der Eifel, Hunsrück und Hochwald.
Mit dabei ist dann auch der Trierer Stadtführer Stephan Krämer und erzählt den Gästen von der großen Geschichte Triers. Und von den kleinen alltäglichen Begebenheiten aus dem Leben der Menschen an der Mosel heute und vor 2.000 Jahren.