Das Gericht verurteilte den US-Soldaten wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis. Damit entsprach es exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Außerdem muss der Mann seinen Führerschein abgeben.
Die Nebenkläger hielten eine längere Haftstrafe für angemessen, einer der Nebenkläger beantragte in seinem Plädoyer fünf Jahre Gefängnis. Der Verteidiger hatte sich dagegen für eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung für seinen Mandanten ausgesprochen.
Nebenklage geht von Vorsatz aus und kritisiert Gutachten
Die Anwälte der beiden Beifahrerinnen und der Familie der Getöteten gehen davon aus, dass der US-Soldat nicht aus Versehen falsch auf die Autobahn aufgefahren sein kann, sondern bewusst gewendet haben muss. Deshalb wollten sie mit einem Antrag erreichen, dass er auch wegen Totschlags verurteilt werden könnte.
Das lehnte das Gericht ab. Seine Behauptung, er habe den Weg nicht gekannt und er sei davon ausgegangen, auf einer Bundesstraße mit Gegenverkehr zu fahren, konnte im Prozess nicht widerlegt werden. Auch die Kritik der Nebenklage an einem Gutachter, er habe nicht geschaut, ob im Auto des Soldaten ein Navigationsgerät verbaut war, wies das Gericht zurück.
Kameraden hatten Soldaten gewarnt
Am zweiten Verhandlungstag hatte ein Kamerad des Angeklagten ausgesagt, der mit ihm zusammen gearbeitet hat und an dem betreffenden Abend Anfang Mai feiern war. Aus dieser und anderer Aussagen von Kameraden, die vorgelesen wurden, ging hervor, dass der Angeklagte an dem Abend so betrunken war, dass er "laut und unausstehlich" wurde. Mehrfach sei ihm deshalb gesagt worden, er solle aufhören zu trinken. Das angebotene Glas Wasser nahm er dann auch an.
Obwohl er einen Schlafplatz bei einem Kameraden hatte, entschied er sich in der Nacht, noch zu fahren. Ein medizinischer Gutachter sah aufgrund der Zeugenaussagen nicht, dass der US-Soldat durch den Alkohol nicht mehr steuerungsfähig gewesen wäre. Er schloss eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit daher aus.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unfallverursacher Mutmaßlicher Falschfahrer auf US-Airbase Spangdahlem in Gewahrsam
Bei einem Falschfahrer-Unfall auf der A60 in der Eifel ist in der Nacht zum Samstag eine Autofahrerin ums Leben gekommen. Gegen den Fahrer des Autos, einen Soldaten der US-Luftwaffe, wird ermittelt.
Deshalb folgte das Gericht auch dem Antrag der Staatsanwaltschaft und schloss eine Bewährung aus. Die Höchststrafe war für die Vorsitzende Richterin aber auch nicht möglich: Für den Mann spreche, dass er geständig war, sich persönlich entschuldigt hatte und die Tat berufliche Konsequenzen hat. Er wird wahrscheinlich unehrenhaft aus dem Militär entlassen.
Die Richterin geht nicht davon aus, dass er noch einmal betrunken mit seinem Auto jemanden gefährden wird. Die Familie der getöteten Frau bat sie, das Urteil nicht persönlich zu nehmen. Das Gericht müsse unabhängig und ohne Emotionen entscheiden.
US-Soldat hatte sich beim Auftakt entschuldigt
Zum Verurteilten sagte sie: "Sie haben sehr viel Leid über die Familie und die Freundinnen gebracht. Die einzige Schuld tragen Sie." Daraufhin nickte der Mann leicht. Das Gericht glaubt ihm aber, dass er das Ganze bereue und es nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist. Die Familie der getöteten Autofahrerin weinte während der Urteilsverkündung.
Am Tag des Prozessauftaktes hatte der angeklagte US-Soldat sich bei den betroffenen Familien entschuldigt. Vor dem Landgericht Trier sagte er, dass es ihm schrecklich leid tue. "Ich bitte um Verzeihung". Er wünschte, er könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen.
Zuvor hatte der 24-Jährige über seinen Anwalt erklärt, er habe an dem Abend vor dem Frontalcrash viel Alkohol getrunken und "nicht realisiert, in falscher Richtung auf eine Autobahn aufzufahren". Dann sei es "bedauerlicherweise zu dem tragischen Unfallgeschehen" gekommen.
Das war passiert
Dem US-Soldaten waren fahrlässige Tötung in Tateinheit mit vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung vorgeworfen worden. Er war am frühen 3. Mai alkoholisiert in falscher Richtung auf der Autobahn 60 in der Eifel unterwegs gewesen, als es zum Unfall kam. Im anderen Auto starb eine 23 Jahre alte Fahrerin, ihre beiden 24 Jahre alten Mitfahrerinnen wurden schwer verletzt.
Die 23-Jährige habe kurz vor dem Zusammenprall "Oh, nein!" gerufen, sagte eine der Beifahrerinnen im Prozess. Es sei alles so schnell gegangen, sagte sie unter Tränen. Die Getötete habe sie und die andere Freundin vom Flughafen Hahn nach einer Urlaubsreise abgeholt. Eine der Frauen musste nach dem Unfall notoperiert werden.
So verlief der erste Prozesstag:
US-Soldat der Air Base Spangdahlem angeklagt Tödlicher Falschfahrer-Unfall in der Eifel: Angeklagter hatte getrunken
Warum starb im Mai eine Autofahrerin auf der A60 bei Landscheid? Das klärt seit Dienstag das Landgericht Trier. Der angeklagte US-Soldat entschuldigte sich am ersten Prozesstag.
Das Urteil heute ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des Angeklagten hat angekündigt, Revision einlegen zu wollen.