Kampagne gegen Umweltsünder

Dreck an der Straße: Abfallverband provoziert mit Müllhaufen

Immer mehr Müll wird illegal entsorgt. Die Aufklärungsquote ist niedrig. Mit einer provokanten Kampagne will der Abfallverband A.R.T. aufrütteln.

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Stand

Von Autor/in Marc Steffgen

An der Luxemburger Straße in Trier ist es nur eine simulierte "Abfallinstallation". In Bausendorf im Landkreis Bernkastel-Wittlich war der Müll vor kurzem echt. In der Nähe des Sportplatzes werden an einem Altkleidercontainer mehrere Müllsäcke abgelegt. Die Polizei ermittelt.

Das sind keine Bagatelldelikte.

Kein Einzelfall. Beim Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier A.R.T. landen mehr als 1.500 Anzeigen wegen illegaler Abfallentsorgung im Jahr. Abteilungsleiterin Elisabeth Friedrich: "Das sind keine Bagatelldelikte. Die Natur leidet darunter und auch die Kommunen, die für viel Geld die Beseitigung des Mülls übernehmen."

Mehrere Müllsäcke wurden illegal an diesem Glascontainer entsorgt.
In Bausendorf wurden mehrere Müllsäcke an einem Glascontainer entsorgt. Polizeiinspektion Wittlich

Neue Kampagne soll provozieren

Um Menschen zu provozieren und aufzurütteln greift der Abfallverband jetzt zu außergewöhnlichen Mitteln: An der Luxemburger Straße in Trier türmt sich ein Abfallhaufen neben einem Supermarkt-Parkplatz.

Eine Installation des Abfallverbands  A.R.T. aus illegal entsorgtem Müll soll Menschen zum Nachdenken anregen.
Der Müll wurde wirklich illegal entsorgt. Die Mitarbeiter des Abfallverbands A.R.T. haben daraus eine Installation gemacht, die die Menschen wachrütteln soll.

Der Müll ist echt, der Haufen aber eine Installation des A.R.T. Die unmissverständliche Botschaft auf dem Plakat daneben: Echt Jetzt? Mach's doch einfach richtig. "Wir reizen eben alles aus, was wir ausreizen können," erklärt Pressesprecherin Jasmin Schwarzenbart. Man wolle aber auch gezielt erklären, wie Abfallentsorgung richtig geht. Neben den "Abfallinstallationen" gibt es auch Plakate und einen Kinospot.

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Müllsünder werden nur in Einzelfällen ermittelt

Drei Mitarbeiter bearbeiten beim A.R.T. in Trier die vielen Anzeigen, die jeden Tag wegen illegaler Müllentsorgung eingehen. Vor kurzem konnte ein Mann aus der Verbandsgemeinde Wittlich-Land ermittelt werden, der illegal Müll auf einem Parkplatz bei Salmtal entsorgt hatte. Aufgrund guter Zeugenhinweise konnte der Mann ermittelt werden. Umweltsünder müssen mit Strafen von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Erstmals Videoüberwachung gegen Müllsünder Meinung: Überwachungskameras? Ja bitte

Die Stadt Ludwigshafen setzt Überwachungskameras an Plätzen ein, wo oft Müll illegal entsorgt wird. Bitte nicht nur drei Kameras, sondern 30 oder 300, meint Martin Rupps.

Die Verursacher ließen sich aber nur in Einzelfällen ermitteln, bedauert Elisabeth Friedrich. Oft fehle es an Zeugen. Vielleicht schauen die Menschen dank der neuen Kampagne künftig genauer hin, hofft die Abteilungsleiterin.

Abfallinstallationen ziehen bereits die Falschen an

Es ist eine Binsenweisheit der Abfall-Entsorger, dass ein bereits existierender Müllhaufen neue Schmutzfinken anzieht. Sechs der neuen "Abfallinstallationen" hat der Verband seit einigen Tagen in der Region Trier aufgestellt. An einigen wurde bereits neuer "echter" Müll abgestellt.

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Autor/in
Marc Steffgen
Foto von Marc Steffgen, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier

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