An zwei besonders betroffenen Containerstandorten im Heiligental und am Donauspitz setzt die Stadt Tuttlingen seit August auf Videoüberwachung. Ziel ist es, illegale Müllablagerungen zu verhindern und so auch die damit verbundenen hygienischen Probleme zu reduzieren. "Wir konnten einen Täter auf frischer Tat ertappen und identifizieren", sagt Ordnungsamtsleiter Benjamin Hirsch. Der Mann muss nun nicht nur ein Bußgeld zahlen, sondern auch die Entsorgungskosten übernehmen – insgesamt ein mittlerer dreistelliger Betrag.
Gesundheitsgefahr durch Müll und Ratten
An den beiden Standorten hatten Menschen immer wieder Lebensmittelreste und Hausmüll abgeladen. Das zog Ratten an und führte zu einem massiven Befall, den selbst die Schädlingsbekämpfung nicht dauerhaft eindämmen konnte. "Früher mussten wir dort viel wilden Müll abfahren – das war teuer und gefährlich, weil wir nie wussten, was entsorgt wurde. Teilweise lagen dort Altöl oder spitze Gegenstände", so Hirsch.
Kameras wirken abschreckend
Seit die Kameras stehen, gab es laut Stadt nur zwei Fälle von illegaler Müllentsorgung – beide konnten mithilfe der Aufnahmen aufgeklärt werden. Auch die Anwohner sind laut Hirsch erleichtert: "Viele freuen sich, dass sie jetzt nicht mehr jeden Tag Berge von Müll vor der Haustür sehen." Die Stadt betont, dass bei der Überwachung strenge Datenschutzvorgaben gelten. Aufgezeichnet wird nur ein klar gekennzeichneter Bereich, Passantinnen und Passanten werden nicht gefilmt. Die Videos dürfen nur bei konkreten Vorfällen von zwei städtischen Mitarbeitenden im Vier-Augen-Prinzip ausgewertet werden. Die Kameras laufen mit Solarstrom und Akku und sind über Mobilfunk abrufbar. Die Kosten für die Technik lagen bei einem niedrigen vierstelligen Betrag.
Pilotprojekt in Tuttlingen soll ausgeweitet werden
Für den Kreis Tuttlingen steht besonders die Gesundheitsgefahr durch Müll und Schädlinge im Vordergrund. "Schon die ersten Ergebnisse sind eindeutig", sagt Hirsch. Stadt und Kreis planen nun, die Videoüberwachung auf weitere Containerstandorte auszuweiten. Nach einer etwas längeren Testphase soll das Projekt dauerhaft fortgesetzt werden.